FRIESOYTHE - „Bei uns wird noch selber gekocht“, sagte Bernd Wessels, Geschäftsführer des St.-Marien-Hospitals in Friesoythe. Damit trat er am Dienstag energisch Gerüchten entgegen, bei ihm im Krankenhaus gebe es nur aufgewärmtes Essen. Doch in der hauseigenen Küche wird sehr wohl gekocht – und das auf sehr hohem Niveau. Zum Beweis: Die Gütegemeinschaft Ernährungskompetenz hat das Friesoyther Hospital am Dienstag mit dem RAL-Gütezeichen ausgezeichnet. Die Krankenhausküche erreichte 84 von insgesamt 88 Punkten. „Das ist im bundesweiten Vergleich ein sehr gutes Ergebnis“, sagte Nadine Balzani, Geschäftsführerin der Gütegemeinschaft, „da 53 Punkte für das Zertifikat schon gereicht hätten“. Zu den Prüfkriterien gehörten unter anderem der Wareneinkauf, die Hygiene, die Qualität der Lebensmittel sowie die nährwertberechneten Speisepläne.

Küchenchef Hans-Jürgen Hinkel, die Ernährungsfachkräfte Erika Koopmann und Hildegard Hachmöller, Diätassistentin Sandra Eckert sowie weitere zwölf Küchenkräfte waren für die Erfüllung des strengen Prüfverfahrens verantwortlich. Alle zwei Jahre muss sich das Krankenhaus von jetzt an einer Nachprüfung stellen. Für das Friesoyther Hospital ist die Auszeichnung sehr wichtig, denn „das Essen ist das Markenzeichen des Hauses“, so Wessels. Über das Essen in einem Krankenhaus werde schließlich immer gesprochen.

Die Organisation der Krankenhausküche wurde übrigens vor über zwei Jahren an den Catering-Service „Dorfner Menü“ abgegeben. Bis auf Küchenchef Hinkel sind aber alle 14 Mitarbeiter beim Hospital angestellt. Täglich werden 250 Mahlzeiten gekocht – neben denen für Patienten auch für Essen auf Rädern, das Seniorenzentrum, Schulen, Kindergärten und Tagesgruppen. Zudem bietet das Friesoyther Krankenhaus einen Catering-Service für private Anlässe.