FRIESOYTHE - Die Friesoyther Firma wird vom Institut der Deutschen Wirtschaft gefördert. Es gehört zum Projekt „Junior“.

Fritz Kreyenschmidt

FRIESOYTHE - Das Management der deutschen Wirtschaft liegt künftig wohl in Frauenhand. Zumindest, wenn sich der Trend der neuen Schülerfirma „Metall-Design“ an der Berufsbildenden Schule Friesoythe durchsetzt. Frauenpower kennzeichnet das zwölfköpfige Team, in dem nur ein junger Mann vertreten ist, der allerdings als Vorsitzender fungiert.

Das Unternehmen, von Schülern der Höheren Handelsschule betrieben, wird vom Institut der Deutschen Wirtschaft unter dem Projekt „Junior” gefördert und soll die Jugendlichen an das reale Wirtschaftsleben heranführen. Es sollen wirtschaftliche Zusammenhänge verstanden, die Aufgaben eines selbstständigen Unternehmen erlebt sowie Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit, Teamarbeit und Eigeninitiative eingeübt und entwickelt werden.

Als Schulpate betreut der Pädagogen Uwe Rostek-Grönitz die angehenden Manager. Als Berater fungiert Dipl. Ing. Georg Bahl vom Unternehmen Leoni. Der Vorstand von „Metall-Design” unter der Leitung von Hennes Alberding lud die Aktionäre zur konstituierenden Hauptversammlung in die Schule, um über die Eröffnungsbilanz, den bisherigen Geschäftsverlauf sowie anstehende Vorhaben zu informieren. Bei „Metall-Design” gelten alle Regeln und Abläufe eines real existierenden Unternehmens. Die Schüler bestimmten bei ihrer Gründung im September zunächst einen geschäftsführenden Vorstand und besorgten sich über die Ausgabe von 60 Aktien zu je 10 Euro ein Kapital von 600 Euro, um wirtschaften zu können. Der Einstieg in das Wirtschaftsleben erfolgte als Handelsunternehmen bzw. Vermarktungsunternehmen. Von den Schülern des Berufsvorbereitungsjahr Metall von der BBS am

Scheefenkamp kaufte man deren im Unterricht gefertigten Produkte wie Kupfervögel, Steinvögel, Metallstühle (Designer Stühle).


Die ersten Geschäftserfahrungen sammelten die Jungunternehmerinnen auf den Weihnachtsmärkten in Bösel und Friesoythe sowie auf der Berufsfindungsmesse der Schule mit dem Verkauf ihrer Produkte. Insgesamt wurden 60 Stein- und Metallvögel zu zwölf Euro das Stück verkauft. Ein Metallstuhl wurde für 99 Euro umgesetzt.

Wie der Firmenname andeutet konzentriert sich das Unternehmen auf den Verkauf von Kunsthandwerklichen Metallarbeiten, die allesamt in Handarbeit hergestellt werden und Unikate sind. Nach den erfolgreichen Verkäufen sind die Firmenmitarbeiter zurzeit damit beschäftigt, neue Käufer für die Produkte zu finden. Zudem bereiten sie sich darauf vor, ihre Produkte auf eine Ausstellung in Oldenburg zu präsentieren und sich in Verden auf dem Schülerforum Niedersachsen für die Endausscheidung der zehn besten Schülerfirmen zu qualifizieren. Das Unternehmen ist auf ein Schuljahr befristet, wird zu den Sommerferien aufgelöst und das vorhandene Kapital an die Aktionäre ausgezahlt.