FRIESOYTHE - FRIESOYTHE/KRF - So handeln nur Ehrenleute – ein tolles Beispiel alter hanseatischer Kaufmannstradition gaben Friesoyther Jugendliche der Schülerfirma „Metal-Design“ der Berufsbildenden Schule (BBS). Das Unternehmen, von Schülern der Höheren Handelsschule betrieben, musste jetzt auf einem finanziellen Tiefpunkt auf Grund der Satzung, das Unternehmen ist auf ein Schuljahr befristet, zum Schuljahresende liquidiert werden.
Das Schülerunternehmen, das vor neun Monaten als Aktienunternehmen gegründet wurde, war anfangs sehr erfolgreich und warf reichlich Gewinn ab. Der Einstieg in das Wirtschaftsleben erfolgte als Handelsunternehmen bzw. Vermarktungsunternehmen. Von den Schülern des Berufsvorbereitungsjahrs Metall von der BBS am Scheefenkamp kaufte man deren im Unterricht gefertigten Produkte wie Kupfervögel, Steinvögel, Metallstühle (Designer Stühle) und verkaufte sie gewinnbringend auf verschiedenen Märkten in Friesoythe und den angrenzenden Gemeinden. Die sehr positive Bilanz sollte noch verbessert werden und man entschloss sich kurzfristig als Veranstalter einer große „Fete“ aufzutreten. Das „übers Knie gebrochene“ Projekt konnte aus Zeitgründen nicht entsprechend publik gemacht werden und wurde zu einem
finanziellen Fiasko, von dem sich das Unternehmen in der Kürze der noch verbleibenden Zeit bis zum Schuljahresende nicht mehr erholen konnte.
Als jetzt Vorstandsvorsitzender Hennes Alberding mit seinen engsten Mitarbeiterinnen Janina Kuczewski und Stephanie Lampe aus der Finanz- und Marketingabteilung vor der Aktionärsversammlung Bilanz zogen, musste festgestellt werden, dass den 60 Aktionären, die je zehn Euro Betriebskapital gezeichnet hatten, ihr Aktienkapital laut exakter kaufmännischer Rechnung nur zu einem Bruchteil, also mit einem erheblichem Verlust, zurückgegeben werden konnte.
Vom Zehn-Euro-Einsatz waren nicht einmal drei Euro übrig geblieben. Doch so wollten sich die jungen Leute nicht vor ihren Aktionären präsentieren. Als Arbeitnehmer ihres Betriebes hatten sie Lohn erhalten, diesen sowie ihr eigenes Aktienkapital setzten sie ein, um den Fremdeigentümern ihr eingesetztes Aktienkapital von zehn Euro zurückzahlen zu können. Als Schulpate
betreut der Pädagogen Uwe Rostek-Grönitz die angehenden Manager. Als Berater fungiert Dipl. Ing. Georg Bahl vom Unternehmen Leoni. Er lobte die Jugendlichen, die trotz einer Fehlinvestition hervorragend gearbeitet hätten und großen Respekt verdienten.
