FRIESOYTHE - Nachhaltiges Wirtschaften bildet den Schwerpunkt. Das Projekt ist bundesweit einmalig.
Von Karin Olliges
FRIESOYTHE - Um Nachhaltigkeit in fast allen wirtschaftlichen Bereichen ging es in der Fortbildung, die Mitglieder der Behindertenwerkstätten des Caritasvereins Altenoythe absolvierten. Insgesamt 19 technische Leiter und Arbeitsvorbereiter aus acht Trägern des Nordkreises erhielten in der katholischen Landvolkhochschule in Oesede das Zertifikat zum „Fachwirt für nachhaltiges Wirtschaften in Werkstätten für Behinderte“.Das bundesweit einmalige Projekt, das in der Altenoyther Behindertenwerkstatt entwickelt wurde, setzt sich zwei Schwerpunkte. Zum einen steht die gezielte Entlastung der Umwelt bei allen Produkten und Dienstleistungen im Vordergrund. Verpackung und Ausschussprodukte fallen zum Beispiel bei der Produktion von Holzprodukten an. „Das kann auch sinnvoll verwertet werden und muss nicht zwangsläufig auf dem Sperrmüll landen“, sagt Ludger Rohe, Zertifikatsempfänger und technischer Leiter des Caritasvereins Altenoythe.
Neben Abfallverwertung wurde auch der effiziente Einsatz von Strom und Heizungsenergie thematisiert. Gleichzeitig beruht das Projekt auf der Kooperation acht norddeutscher Werkstätten aus der Gesellschaft Vertrieb und Auftragsbeschaffung für Behindertenwerkstätten (VAB). „Wir haben Firmen aus China und Osteuropa als Konkurrenz. Da müssen wir die Stärke des Verbundes nutzen“, sagt Werkstattleiter und VAB-Geschäftsführer Johannes Münzebrock. Strategische Allianzen mit anderen Werkstätten seien wichtig, um am Markt zu bestehen. Solche Themen spielen aber permanent eine große Rolle. Daher initiierte die Altenoyther Behindertenwerkstatt vergangenen Herbst das Projekt. Dabei kooperierten sie mit der VAB und CaPHANDY, einem bundesweiten Zusammenschluss von 52 Behindertenwerkstätten. Die Fortbildung in drei Wochenblöcken umfassten etwa 200 Stunden, in denen unter anderem die Vereinbarkeit von Umwelt und Wirtschaft behandelt wurden.
