FRIESOYTHE - In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag werden die Uhren von zwei auf drei Uhr vorgestellt und somit wieder – seit dem Jahr 1980 – die Mitteleuropäische Sommerzeit „eingeläutet“. Was den Einzelnen mit seiner Armbanduhr nur wenige Sekunden kostet, bedeutet für die Friesoyther Uhrmacher eine Menge Arbeit. „Alle in unserem Laden ausgestellten Uhren müssen umgestellt werden. Wir fangen schon jetzt damit an und werden am Sonnabend nach Feierabend alle Uhren bereits vorgestellt haben, damit sie am Montag alle richtig laufen“, sagt Sarah Brünink, die bei Uhren- und Schmückgeschäft Stuke in der Langestraße arbeitet.
Mehrere hundert Uhren müssten jeweils um eine Stunde „korrigiert“ werden. Aber nicht nur die Uhren, die im Laden hängen oder liegen, werden umgestellt, auch Kunden kommen und lassen sich ihre Uhren aus verschiedenen Gründen umstellen. „Moderne Digitaluhren sind kompliziert, und wenn man dann mal die Bedienungsanleitung verlegt hat, wird’s kompliziert“, sagt Bernhard Stuke, Inhaber des gleichnamigen Schmuck- und Uhrengeschäftes. Im Uhrengeschäft Pancratz in der Moorstraße in Friesoythe lohnt sich der Aufwand nicht. „Da hätte ich ja eine Menge zu tun“, sagt Inhaber und Uhrmacher Theodor Pancratz.
Die Umstellung der Armbanduhren lohne sich aus verschiedenen Gründen nicht, da die Uhren vor dem Verkauf entweder neu gestellt würden oder, falls sie mit einer Batterie betrieben werden, eine neue bekämen. „Ich muss die Uhren in jedem Fall noch einmal stellen“, sagt Pancratz, der in den 1980er Jahren noch eine ehrenvolle Aufgabe verrichten durfte. „Wir hatten einen Wartungsvertrag mit der Kirche, was deren Uhr betraf. Somit musste ich die Uhr noch mechanisch auf die Sommer- und Winterzeit umstellen“, erinnert sich Pancratz. Seit 1984 macht das eine Maschine. Kirchenküster Bernhard Preut: „Jetzt kümmert sich eine Funkuhr um die Einstellung der Sommer- und Winterzeit. Sie wird zentral von der Sakristei aus gesteuert.“
