FRIESOYTHE - „Autos sind dazu da, um von A nach B zu kommen“, erklärt Werner Kreye nüchtern. Irgendwo auf dem Weg dazwischen liegt offenbar auch die Eisenstadt-Rallye. Wenn am 15. September die motorisierten Schmuckstücke bei den Friesoythe Classics durch die Stadt rollen, mischt sich auch der 63-Jährige mit seinem De Lorean DMC-12 unter die Oldtimerfreunde. Eine Premiere für den gebürtigen Döhlener, der seinen rostfreien Sportwagen bislang nicht zu solch besonderen Anlässen präsentiert hat, sondern mit ihm „ganz normal“ zum Einkaufen fährt.
Oldtimer mit Zukunft
Den gelernten Baustellenkaufmann und seine 130 PS-Maschine verbindet dennoch eine lange, sehnsüchtige Geschichte. 1979 entdeckte der damals 30-Jährige das Modell mit rostfreier Stahlkarosserie in einem Autojahrbuch. „Der war seiner Zeit voraus - den wollte ich haben“, erinnert er sich. Sein Wunsch scheiterte. Noch war das Auto in der Entwicklung und später gab es keine Firma, die den De Lorean - in Irland für die USA produziert - nach Europa importierte. Stattdessen legte sich Werner Kreye einen VW-Chirocco zu. Der kleine Sportwagen ähnelte dem ersehnten General-Motors-Fabrikat zumindest in der Form.
Gut zehn Jahre später entdeckte der Friesoyther „seinen“ De Lorean beim Frühstück auf der Packung seines Brotaufstriches wieder. Bei der Verlosungsaktion einer Margarinefabrik winkte das Coupé als Hauptgewinn. „Ich habe haufenweise Deckel an die angegebene Adresse geschickt“, lacht der 63-Jährige. Was er anschließend mit dem ganzen Streichfett machte, weiß er heute nicht mehr – seine Mühe war umsonst, er hatte kein Glück.
Das wurde ihm erst vor rund fünf Jahren zuteil. „Zufällig habe ich mich durch eine Autosendung im Fernsehen gezappt und da flitzten plötzlich haufenweise De Loreans herum“, erinnert er sich. Ein Anruf bei der niederländischen Werkstatt, die das begehrte Stück in vielfacher Ausführung anbot und einige Wochen Geduld später, brachten den Rentner endlich ans Ziel.
Gepflegte Freundschaft
Ein Modell aus Kapstadt, in Silber und mit Schaltgetriebe, bereit gestellt für europäische Standards, parkt seitdem in der Garage des Friesoythers und beeindruckt – außer bei Regenwetter – die anderen Verkehrsteilnehmer. Bei Wasserflecken auf dem Edelstahl nämlich reagiert Werner Kreye penibel. „Der wird mir nicht schmuddelig“, stellt er klar. Aus diesem Grund gesellen sich auch noch zwei „Ersatzwagen“ – vorwiegend von seiner Ehefrau gefahren – zu dem Oldtimer.
So nennen darf sich der De Lorean seitdem er die 30 Jahre überschritten hat – und bei Werner Kreye steht ihm ein langes Leben bevor. „Den Wagen behalte ich, der ist nicht klein zu kriegen“, schwärmt der 63-Jährige.
Dass die meisten Menschen seine 130-PS-Maschine als „Fluxkompensator“ aus dem Kultfilm „Zurück in die Zukunft“ kennen, tangiert ihn wenig. Früher war er gerne auf Kundenterminen mit dem Flügeltürer unterwegs – „wegen des Wiedererkennungswertes“.
Traumautos gibt es nach Aussage des Hobby-Astronomen nicht. Aber Traumziele. Ein ganz großes ist die geplante Weltreise des Friesoythers mit seinem Oldtimer. Tunesien, Indien, China, Australien, USA, Irland will er erkunden – 2015 soll es losgehen – im weitesten Sinne also von A nach B.
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