FRIESOYTHE - Vollkornbrot, Obst, Salate und zuckerfreie Säfte gehören auf den Frühstückstisch. Und den Kindern schmeckt’s.

Von Karin Olliges

FRIESOYTHE - „Knoppers und Milchschnitte werden beim Frühstück nicht gern gesehen“, so Bettina Schütte, Leiterin des Kindergartens „Grüner Hof“ in Friesoythe. Wenn eine Mutter dann aber doch den Milchriegel einpacke, „muss das Kind erst sein Butterbrot essen“. Danach sei es dann oft schon satt. Manchmal genügen schon kleine Regeln und Tricks, um Kindern eine gesunde Ernährung beizubringen. Eine französische Studie ergab, dass Essgewohnheiten schon in jungen Jahren angenommen werden.

Das heißt: Wer Hamburger und Pommes-Frites schon in Kindesalter täglich isst, wird auch als Erwachsener bevorzugt Fast-Food verzehren. Um dem entgegenzuwirken, achten die Kindergärten im Friesoyther Stadtgebiet auf eine ausgewogene Ernährung ihrer Schützlinge.

An Projekttagen im Kindergarten St. Monika in Gehlenberg zum Beispiel wurde gesunde Ernährung an Kartoffeln und anderen Gemüse- sowie Obstsorten thematisiert. „Außerdem kochen und backen wir täglich gemeinsam“, sagt Kindergartenleiterin Jutta Hoff. So sollen die Drei- bis Sechsjährigen schon früh gesunde Lebensmittel kennen lernen und sich im Umgang mit ihnen üben. Aber auch die jährliche Zahnprophylaxe des Gesundheitsamtes Cloppenburg hält Hoff für wichtig, da sie ebenfalls die richtige Ernährung in den Mittelpunkt rücke.

Gemeinsam mit den Kindern am Herd stehen auch die Betreuerinnen des Kindergartens St. Martin in Thüle. Zweimal im Monat kochen und backen sie, was das Kinderherz begehrt. Vom Bratapfel über Pfannkuchen bis hin zur Gemüsesuppe stand schon alles auf dem Speiseplan. „Wir haben es schon erlebt, dass die Kleinen hier etwas essen, was sie Zuhause nicht anrühren würden“, berichtet Leiterin Christa Möller. Gesunde Ernährung sei des öfteren Thema in den Gruppen. „Beim Frühstück geben sich die Kinder manchmal Tipps, was gesund ist und was nicht“, sagt Möller.


Obst, Gemüse, Haferflocken, Mandeln – all das gehört zum gemeinsamen „gesunden Frühstück“ im Kindergarten Grüner Hof, das jeden ersten Freitag im Monat stattfindet. Für die Kinder sei das eine willkommene Abwechslung zum „freien Frühstück“, so Leiterin Schütte. Hierbei entscheidet jedes Kind selbst, wann es zwischen acht und halb elf sein Butterbrot essen möchte. „Die Eltern achten aber meistens auch darauf, was sie ihren Kindern mitgeben“, sagt Leiterin Schütte. Milchschnitte und Knoppers seien da eher selten.

Spielerisch lernen die Schützlinge des Heilpädagogischen Kindergartens Altenoythe, was auf den Teller gehört und was nicht. unter anderem Mit Liedern, wie dem „Gesundheits-Rock“, in dem von Vitaminen, aber auch der notwendigen Zahnhygiene die Rede ist, werden so grundlegende Kenntnisse für eine richtige Ernährung vermittelt.

Bei dem gemeinsamen großen Frühstück kommen zum Beispiel einmal in der Woche gesunde Lebensmittel wie Vollkornbrot und -Brötchen, Obst, Salate und zuckerfreie Säfte auf den Tisch. Sonst wird die erste Mahlzeit am Tag von den Kindern selbst mitgebracht.

„Durch zeitgemäße Ernährungserziehung macht der Kindergarten seine Schützlinge fit im Umgang mit Lebensmitteln, Esssituation und der Esskultur“, erklärt die Leiterin Gabriela Makkos. Aber auch die Eltern hätten dabei eine klare Vorbildfunktion.

Auch die Verantwortliche des Kindergartens Don Bosco in Friesoythe, Gabi Tepe, sieht die Verantwortung zur gesunden Ernährung bei den Erziehungsberechtigten. „Wir bringen Eltern und Kindern etwas bei. An Informationsabenden zeigen wir Müttern und Vätern, was sie zum Beispiel – außer Pommes-Frites – am Kindergeburtstag kochen können“, sagt die Kiga-Leiterin. Gleichzeitig möchten sie ihre Schützlinge auch an neue Dinge heranführen. So hat sich der Milchkonsum der Kinder stark erhöht, seitdem der Kindergarten die Milch direkt vom Bauern bezieht. Neben dem „freien Frühstück“ gibt es aber auch einen Mittagstisch um zwölf Uhr. „Essen ist ein Feld des Lernens in vielen Bereichen. Deswegen legen wir sowohl Wert auf gesunde Ernährung als auch darauf, dass die Kleinen dabei zur Ruhe kommen“, sagt Tepe.