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Frauenquote Geschlecht spielt (k)eine Rolle

Christin Horrmann

FRIESOYTHE - Mittwochmorgen, vor mir erstreckt sich das unendlich wirkende Gelände vom Waskönig und Walter Kabelwerk in Ramsloh. Lastwagen liefern ihre Materialien an. Hier soll der Bericht über Frauen in Führungspositionen beginnen. Eine junge Dame lotst mich durch das Werk zu drei Herren, die mir gerne dazu Auskunft geben. „Wir suchen seit Jahren händeringend nach mehr Frauen im technischen Arbeitsbereich“, beginnt Stefan Nestler, einer der Geschäftsführer. Der Grund für einen Frauenmangel im Unternehmen liege schon am fehlenden Interesse für die technischen Berufe, die Waskönig und Walter bietet. Jedes Jahr reserviert die Firma zwei Ausbildungsplätze nur für weibliche Azubis in diesem Bereich – manchmal bleiben diese Stellen mangels Bewerber unbesetzt. Wenn die Frauen einmal im Unternehmen sind, können sie auch aufsteigen. Weiterbildungen sind für alle Mitarbeiter möglich – unabhängig vom Geschlecht. Natürlich müssen alle jungen Kollegen erst einmal Erfahrungen im Berufsleben sammeln, bevor es die Karriereleiter nach oben gehen kann.

Frauen als Meister

Leoni Special Cables in Friesoythe beschäftigt Frauen in verantwortungsvollen Positionen: Zehn Frauen stehen an der Spitze mehrerer Arbeitsgruppen, darunter beispielsweise eine Meisterin für Logistik. Hier können männliche wie weibliche Mitarbeiter zehn verschiedene Teilzeitmodellen nutzen. „Prinzipiell können auch Führungskräfte diese teilweise in Anspruch nehmen“, so Sven Schmidt, Pressesprecher des Unternehmens.

Bei Vet Pharma Friesoythe finden sich ebenfalls Frauen an der Spitze. Zwar ist der Geschäftsführer des Friesoyther Unternehmens männlich, doch schon eine Ebene darunter gibt es zwei Damen: Eine Leiterin der Finanzen und die Personalleiterin. Mit letzterer treffe ich mich zum Gespräch. Kirstin Grabis ist vor acht Jahren ins Unternehmen gekommen. Zuvor hat sie natürlich schon viele Jahre Berufserfahrung gesammelt.

Die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin ist souverän, ein Profi eben. Für sie sei es auch nur eine Frage der Zeit, bis mehr Frauen in die Führungsetagen aufsteigen. „Viele junge Frauen sind sehr gut ausgebildet. Wenn sie genug Berufserfahrung sammeln, schaffen sie es auch nach oben“, so die Personalleiterin.

Geschlecht bestimmt wenig

Sie selbst achtet bei Bewerbern generell hauptsächlich auf die Qualifikationen. Eine Frauenquote gibt es deshalb nicht, die Leistung zählt.


Der Tiermedikamentenhersteller kann eine beachtliche Zahl an Frauen in leitenden Positionen vorweisen: 44 Prozent der leitenden Positionen in der dritten Unternehmensebene sind weiblich besetzt. Viel Verantwortung bringen diese Positionen mit sich: Unter Anleitung dieser Frauen arbeiten Teams von teilweise 25 Mitarbeitern.

Karriere im Krankenhaus

Im Friesoyther Krankenhaus treffe ich schließlich auf Gabriela Lübbers. Die 48-Jährige leitet dort das Labor. Seit 1984 ist sie bereits im Krankenhaus tätig. Erst nachdem ihre Kinder alt genug waren, hat sie es gewagt, nach der leitenden Position zu streben. Sie und zehn weitere Frauen arbeiten im St.-Marien-Hospital in Führungspositionen. Lübbers fühlt sich in ihrem Labor-Team sehr wohl. Das merkt man ihr an. Als Leiterin gehört es für sie zum Job, sich regelmäßig weiterzubilden. Dabei wird sie vom Krankenhaus unterstützt – „wie alle anderen Mitarbeiter auch – egal ob männlich oder weiblich“, betont Lübbers.

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