FRIESOYTHE - Die Arbeiten gehen planmäßig und zügig voran. Das Gartengelände umfasst rund 500 Quadratmeter.

Von Fritz Kreyenschmidt

Mit der Wiederherstellung und Neugestaltung des Stadtgartens beim Werkhaus Pancratz sind zurzeit zwei ABM-Kräfte beschäftigt. Gartenarchitekt Toni Bösterling hat hierzu detaillierte Pläne erstellt, über die er auch die Mitglieder des Vereins Werkhaus Pancratz informierte.

Gemeinsam mit der Vorsitzenden Kerstin Kramer informierte er sich über den Fortgang der Arbeiten. Zur Geschichte der Gärten erklärte Bösterling den Mitgliedern, dass es Gärten außerhalb der Stadtbefestigungen erst seit dem 17. Jahrhundert gebe. Gärten dienten zunächst ausschließlich der Selbstversorgung, seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden sie auch mit Blumen und Rabatten verziert und der Obstanbau als Nahrungsergänzung ist erst seit dem 1. Weltkrieg üblich.

Den derzeitigen Zustand des Garten Werkhaus Pancratz beschreibt der Gartenarchitekt als einen von Wirtschaftsgebäuden umstellten unbebauten Freiraum mit Nutzungsspuren eines Hausgartens des 20. Jahrhunderts, mit einem typischen Sortiment an Obstbäumen. Als Ziel nannte er die Wiederherstellung der Kultur des Ortes. Es gelte den „geheiligten Ort“ graphisch, symbolisch und gestisch von der Umgebung abzugrenzen.


Das „Gartengefühl“ solle durch eine neue Umzäunung vermittelt werden. Die Nutzung für die Selbstversorgung solle durch Gemüse und Obst verdeutlicht werden, Blumenbeete sollen als Repräsentation und Zeichen von Wohlstand angelegt werden. Blumen hätten auch der Inspiration des Dekorationsmalers Pancratz gedient, so Bösterling. Ein Teil des Gartens solle wie früher üblich als Bleichrasen dienen. Als Zeichen der Aufenthaltsqualität und Bürgerlichkeit solle die Gartenausstattung einen Gartenzaun, Gartentor, Gartenbank, Spaliere, Gartenlaube und Gartengeräte beinhalten.

Um den Garten der neuen Nutzung mit der Werkstatt der Stadtschmiede anzupassen, wird ein Wirtschaftshof zur Präsentation von Schmiedeprodukten und Schmiedekunst geschaffen. Der Bleichrasen könne zudem bei Schmiedeaktionen genutzt werden. Der Garten könne mit angewandter Schmiedekunst wie Gartenzaun, Gartentor oder Gartenlaube als Garten-Galerie beeindrucken.

Die Neugestaltung des Gartens hat schon konkrete Formen angenommen, Brennnesseln und wild wuchernde Sträucher wurden entfernt und ein Obstbaumschnitt durchgeführt. Zurzeit werden die Wege angelegt. Die ausgehobene Erde wird durch Kies ersetzt. Die Pflasterungen und Anpflanzungen mit Sträuchern, Stauden und Rosen sowie Einsaat erfolgt nach Plan.

Repariert wird auch der Leiterschuppen, und zudem hofft Bösterling noch den einstigen Gartenbrunnen zu finden und wieder herzustellen. Ein Teil des Stadtgrabens, der Katzengraben, wird wieder freigelegt. Zum Stadtjubiläum soll der Garten in neuer Pracht präsentiert werden. Der Verein und der Gartenarchitekt bemühen sich noch um Sponsoren für Pflanzen, Kies, Recycling-Schotter sowie um alte Gartengeräte wie Spaten, Forke, Harke, „Schuffel“ und Heugabel.

Gesucht wird auch ein leidenschaftlicher Blumen- und Gemüsegärtner, der den Garten hegt und pflegt. Die Nutzung des rund 500 Quadratmeter großen Gartengeländes soll mit Gemüse erfolgen. Gepflanzt werden sollen auch Dahlien und andere Schnittblumen. Auf seitlichen Flächen sind Rosen und Stauden sowie Beerenobst und Rhabarber vorgesehen. Wer den alten Stadtgarten in eigener Regie und langfristig nutzen möchte, kann sich bei der Vorsitzenden des Vereins Werkhaus Panratz Kerstin Kramer unter 0173/9304956 melden.