FRIESOYTHE - Jedes Jahr aufs Neue musste sich der Verein Museumseisenbahn Friesoythe-Cloppenburg ein neues Eisenbahnverkehrsunternehmen suchen, dem er sich anschloss. Nur so durften die historischen Loks samt Waggons auf der 26 Kilometer langen Strecke zwischen Friesoythe und Cloppenburg verkehren. „Es war immer sehr aufwendig, einen neuen Partner zu finden. Und es war immer mit hohen Kosten verbunden“, sagte Vorsitzender Karl-Heinz Scholz.

Ab sofort soll dieses Problem gelöst werden – Dank der Friesoyther Eisenbahngesellschaft (FEG). Die Gesellschaft, die mehrheitlich der Stadt Friesoythe gehört und eng mit dem Museumseisenbahnverein zusammenarbeitet, plant die Gründung eines eigenen Eisenbahnverkehrsunternehmens. „Der Verein hat schon seit längerem diesen Wunsch an uns herangetragen“, sagte FEG-Geschäftsführer Dirk Vorlauf. Bislang gehörte ausschließlich das Betreiben der Eisenbahninfrastruktur zum Aufgabengebiet der FEG.

Die Gründung eines Verkehrsbetriebes wird derzeit mit Hochdruck vorangetrieben. Am Donnerstagabend fand das vorerst letzte Vorbereitungstreffen im Friesoyther Rathaus statt. Neben Scholz und Vorlauf gehören zu dem Team noch der stellvertretende FEG-Geschäftsführer Jonas F. Kobarg sowie Wolfgang Cramer, Betriebsleiter Eisenbahninfrastruktur, und Volker Feldheim, Betriebsleiter Eisenbahnverkehr.

Die Gruppe hat ganze Arbeit geleistet, einen Organisationsplan erstellt, Zuständigkeiten klar geregelt und Sicherheitsaspekte ausgearbeitet. Umfangreiche Unterlagen wurden zur Landeseisenbahngesellschaft nach Hannover geschickt, viele Gespräche geführt.

Ob sich die Mühen gelohnt haben, wird sich am Donnerstag, 11. März, zeigen. Dann kommen Vertreter der Landeseisenbahnaufsicht nach Friesoythe, um sich vor Ort ein Bild von der neuen Struktur der Friesoyther Eisenbahngesellschaft zu machen. Vorlauf: „Wir hoffen, dass wir an diesem Tag auch die Zulassung für einen eigenen Verkehrsbetrieb überreicht bekommen.“

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)