Friesoythe/Hamburg - Ein Raum. Ein Koch. Ein Herd. Ein Handwerk. So einfach aber effektiv beschreibt er sein Konzept. „Schlichte Küche“ soll es sein und dabei sind die Gäste immer mitten im Geschehen dabei – denn der Friesoyther Spitzenkoch Thomas Imbusch verwirklicht sich jetzt seinen Traum und eröffnet in einem ehemaligen Lagergebäude an den Hamburger Elbbrücken sein erstes eigenes Restaurant.

„In der Küche herrscht seit jeher eine warme, besondere Atmosphäre, das weiß jeder Partygast. Am Küchentisch teilt man Geschmäcker, Geräusche, Gedanken. Diese Erfahrung möchten wir auf das ,100/200‘ übertragen“, verrät Imbusch. Und genauso heißt sein neues Lokal, dass sich aktuell noch in der Bauphase befindet. So wird die Küche in seinem neuen Laden mitten im Gastraum stehen. „Unsere Küche versteckt nichts, wir haben keinen Rückraum. Jeder Zubereitungsschritt ist sichtbar. Wir fangen erst an zu kochen, wenn die Gäste da sind“, so der 30-Jährige.

Und auch der neue Name der Essensmanufaktur ist nicht zufällig ausgewählt. „Für meine Küche benötige ich keine Hightech-Gerätschaften, sondern lediglich bestmögliche Produkte sowie Wasser, das bei 100 Grad kocht und einen Ofen, der auf 200 Grad läuft. Der Rest ist meiner Überzeugung nach pures Handwerk“, so Imbusch, der in den vergangenen Jahren eine steile Karriere hingelegt hat. Seine kulinarische Linie hat er sich im „Madame X“, dem Restaurant von Tim Mälzer, erarbeitet. Dort gab er dem Betrieb als Küchenchef vier Jahre lang seine ganz eigene Prägung. Zuvor arbeitete er bei dem Drei-Sterne-Koch Christian Bau (Victor’s Fine Dining, Perl-Nennig). 2015 wurde Thomas Imbusch vom Fachmagazin „Rolling Pin“ zum „Aufsteiger des Jahres“ gekürt.

Seine Leidenschaft zum Kochen aber hat er schon im heimischen Elternhaus in Friesoythe entwickelt. Imbusch, der im Dezember 1987 in Friesoythe geboren wurde und auch dort aufgewachsen ist, hat sich schon früh in Omas Gemüsegarten oder in der Küche seiner Eltern umgeschaut. Die Lehre in der Restaurantküche im Bremer Parkhotel war nach erfolgreich bestandenem Schulabschluss dann auch nur die passende Konsequenz. Dabei war dem Fan von Ofen und Herd von Anfang an wichtig, dass sein Gast das Gericht versteht und nicht durch abgehoben angerichtete Speisen geblendet wird. „Es wird eigentlich kein Restaurant – nur eine Küche und alle sitzen direkt am Herd“, so Imbusch.

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Das sieht man auch bei der Wahl der Location für seinen ersten eigenen Essenstempel. Etwas abseits der Touristenmeilen mit Industrieflair liegt sein „100/200“ in unmittelbarer Nähe zum künftigen U-Bahnhof Elbbrücken. Neben guter Küche sollen die Gäste dort auch den Ausblick auf die Elbe genießen. In den Gastraum integriert ist eine Bar, die auch ohne Tischreservierung besucht werden kann.

Doch was gibt es zu essen? Imbusch verspricht: „Ich will kochen wie Zuhause – bodenständig aber hochwertig. Einflüsse aus allen Ländern sind dabei.“


Die Eröffnung ist noch im Frühjahr geplant.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland