Friesoythe - Wenn Schwerkranke noch ein letztes Mal einen bestimmten Ort sehen möchten, liegt dieser Wunsch den Angehörigen sehr am Herzen. Ein Familienauto ist dafür jedoch nicht geeignet, oftmals sind die Erkranken in ihrer Mobilität bereits zu sehr eingeschränkt. Für solche Fälle hat der Malteser Hospizdienst das Projekt „Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen“ ins Leben gerufen. Ein Dienst, der nun in Friesoythe angeboten wird.

„Mit dem Projekt möchten wir Schwerkranken im letzten Lebensabschnitt eine Reise ans Meer oder zum Beispiel in das Weserstadion ermöglichen“, sagt Gerd Dumstorff, der Friesoyther Stadtbeauftragte des Malteser Hospizdienstes. Hierzu steht den Maltesern ein Krankenwagen zur Verfügung. Die Fahrt ist für die Patienten kostenlos und wird von speziell geschulte Mitarbeitern begleitet. Ab sofort sind Anfragen bezüglich einer solchen Reise beim Hospizdienst möglich, nur ein bis zwei Tage soll die Organisation andauern. Als jeweiliges Reiseziel können Orte aus ganz Deutschland genannt werden. In anderen Gebieten werde das Projekt bereits angeboten und funktioniere sehr gut, erklärt Marlies Steenken vom Hospizdienst.

Erst seit April dieses Jahres ist Gerd Dumstorff als Friesoyther Stadtbeauftragter des Malteser Hospizdienstes tätig. Er übernahm dieses Amt von Dr. Günter Meschede und möchte die Aufgabe im Sinne Meschedes fortführen. Dazu gehöre es, den Hospizdienst durch weitere Dienste und Projekte wie den „Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen“ auszubauen. Dies sei aufgrund der demografischen Entwicklung der Gesellschaft auch nötig.

Um sich breiter aufstellen zu können, sind beim Malteser Hospizdienst neue ehrenamtliche Mitarbeiter jederzeit herzlich willkommen. „Wir sind für alle Bereiche auf der Suche nach weiteren Ehrenamtlichen, freuen uns aber auch sehr über die freiwilligen Helfer, die uns bereits unterstützen,“ sagt Gerda Spieker, die bereits an der Gründung des Dienstes im Jahr 2001 beteiligt war.

Zurzeit hat der Hospizdienst rund 40 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr wurden in den drei Bereichen Hospizdienst, Kinderhospizdienst und Trauerbegleitung um die 100 Familien unterstützt.