Friesoythe - Die Ortsmitte der Stadt Friesoythe erhält bis 2020/2021 ein neues Gesicht. Mit der Innenstadtsanierung soll der Stadtkern zu einer Begegnungszone mit Aufenthaltsqualität und Verkehrsberuhigung werden. Um die aktuellen Planungen den Anwohnern vorzustellen, fand am Dienstagabend eine öffentliche Versammlung im Forum am Hansplatz statt. Die Verantwortlichen der Verwaltung und die Mitarbeiter des zuständigen Ingenieurbüros SHP (Hannover) informierten über den Stand der Planungen und beantworteten Fragen.
Zeitplan
Detailliert stellte die Stadtverwaltung den Zeitplan der Innenstadtsanierung vor. „Wenn wir den Ratsbeschluss auch für die dritten Bauabschnitte am 1. November haben, steht einem Start der Baumaßnahmen im März 2018 nichts mehr im Wege“, sagte Sven Corbes, Leiter des Bauamts. Als erste werden dann die Lange Straße (Bauabschnitt 2a) und die Bahnhofstraße (Bauabschnitt 2b) saniert. 2019 folgen denn die Kreuzung Stadtmitte und der erste Teil der Kirchstraße (Bauabschnitt 3a). 2020 bis spätestens 2021 sollen dann die letzten Teile, die Moorstraße und der hintere Teil der Kirchstraße, fertig sein (Bauabschnitt 3b).
Parkplätze
Schon bei den vorangegangenen Anliegerversammlungen und in den Ausschusssitzungen wurde die Anzahl der Parkplätze kontrovers diskutiert. Gerade die Anlieger der Moorstraße befürchteten durch den neuen Aufbau der Straße eine große Reduzierung der Parkplätze. Dies ist bei den weiteren Planungen berücksichtig worden, so dass die Moorstraße jetzt als einzige Straße nach der Sanierung sogar über einen zusätzlichen Parkplatz verfügt – von 29 auf 30 Stellplätze. In der Lange Straße bleiben rund 87 Prozent der Plätze erhalten (von 38 auf 33) und in der Bahnhofsstraße 85 Prozent (von 26 auf 22).
In der Kirchstraße, die in zwei Bauabschnitte aufgeteilt ist, ist die Parkplatzsituation etwas anders. „Wir haben hier durch die Enge der Straßen immer nur einseitige Parkmöglichkeiten“, sagt Thomas Kurth von SHP. Dadurch reduzieren sich die Parkplätze auf der Kirchstraße von im ersten Abschnitt 12 auf 10 und im zweiten von 36 auf 26 Stellmöglichkeiten. „Das können wir so nicht hinnehmen. Der Parkraum ist jetzt schon begrenzt“, hieß es von Seiten der Kirchstraßen-Vertreter. Gleichzeitig gibt es Gespräche mit der Kirche, auf dem Kirchenvorplatz zwei Parkplätze errichten zu lassen. Das stieß bei den Anwohner aber auf geteilte Meinungen. „Und so eine Planung würde auch nicht zum neuen platzartigen Charakter der Stadtmitte passen“, so Corbes.
Hansaplatz
Im oberen Bauabschnitt der Kirchstraße ist noch nicht geklärt, was mit dem Busbahnhof am Hansaplatz geschehen soll. „Eigentlich reichen die jetzigen Busspuren nicht mehr für den heutigen Bedarf aus. Da der Hansaplatz aber nicht Teil der Stadtsanierung ist, greifen hier die Fördergelder nicht. Da versuchen wir momentan, andere Töpfe anzuzapfen“, sagt Bürgermeister Sven Stratmann.
Europastraße
Ebenfalls ist noch nicht geklärt, wie mit dem nördlichen Ende der Kirchstraße in Höhe der Europastraße umgegangen werden soll. „Sicher ist eigentlich nur, dass die große Ampelanlage in diesem Bereich nach der Sanierung nicht mehr möglich ist“, so Corbes. Mehrere Varianten wurde bereits besprochen. „Wir könnten uns gut eine abknickenden Vorfahrt von der Europastraße auf die Straße Grüner Hof vorstellen“, so der Bürgermeister.
Finanzierung
Weiteren Stoff für Diskussion am Dienstagabend brachte die Frage der Finanzierung. Wie bereits bekannt, ist die gesamte Sanierung mit rund 7,5 Millionen Euro veranschlagt. Dabei übernehmen Bund, Land und Kommune jeweils ein Drittel der Kosten. Rund 500 000 sind dabei als Einnahmen von Grundstücksveräußerungen und Anliegeranteilen eingeplant. Auf Nachfrage, welche Kosten auf jeden Anlieger pro Quadratmeter zukommen, konnte die Verwaltung noch keine genauen Angaben machen. „Vorerst wird der Betrag nur geschätzt. Die dafür notwendigen Bauerlaubnisverträge werden zur Zeit von uns überarbeitet“, so Corbes.
