FRIESOYTHE. - 3783,30 Euro wurden eingesammelt. Das Krankenhaus wird zwei Stationen umfassen.
Von Fritz Kreyenschmidt
FRIESOYTHE. - Die Friesoyther St.-Marien-Pfarrgemeinde unterstützt weiterhin aktiv den Krankenhausbau von Pfarrer Dr. Marcel Kilombo im Kongo. Der afrikanische Priester ist den Friesoythern seit 1999 bekannt, als er erstmals als Priester hier tätig war.Seinen jetzigen Europa-Aufenthalt nutzte Dr. Kilombo für eine Stippvisite bei seinen Friesoyther Freunden, die ihn mit einem Scheck über 3783,30 Euro zum Weiterbau des Krankenhauses überraschten. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Roswitha Bolten teilte mit, dass 1900 Euro aus dem Erlös des Pfarrfests stammten und das übrige Geld aus einer Kollekte sowie aus Spenden komme.
Dr. Kilombo dankte den Friesoythern für ihre großzügige Unterstützung. Er bedauerte, dass die Friesoyther Abordnung, die für diesen Sommer eine Reise in den Kongo geplant hatte, um seine Heimatgemeinde St. Amandus zu besuchen, die Fahrt auf Grund der schwierigen politischen Verhältnisse absagen musste. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, kündigte Pfarrer Michael Borth im Namen der Friesoyther Reisedelegation den Besuch für das kommende Jahr an, damit die bisher einseitigen Kontakte bilateral gestaltet und auf partnerschaftliche Beine gestellt würden. Nach Afrika fahren wollen Pfarrer Michael Borth, Dr. Thomas Hanisch, Gerd Bolten und Lydia Glup.
Sie plant nach ihrem Abitur 2007 für einige Monate einen sozialen Dienst in der Pfarrgemeinde von Dr. Kilombo zu leisten. Ein Besuch des im Bau befindlichen Krankenhauses, das die Friesoyther Pfarrgemeinde so tatkräftig unterstützt, sei obligatorisch, betonte Dr. Kilombo. Jetzt könne er nur anhand von Bildern über den Fortgang der Arbeiten informieren.
Er betonte, dass Vergleiche mit einer entsprechenden Baumaßnahme in Deutschland absolut nicht möglich seien. Ein in Stahlbeton oder Klinkerbauweise und zudem mehrgeschossiges Krankenhausgebäude dürfe man sich nicht vorstellen. Im Kongo sehe alles „etwas“ anders aus als in Deutschland, erklärte er.
Alle Baumaterialien müssten in der Hauptstadt Kinshasa gekauft werden und würden von hier zunächst mit dem Schiff auf die Reise in das über 2000 Kilometer entfernte Bistum Tschuba transportiert. Nach dem Kauf der Baumaterialien würden diese zum Transport aufs Schiff gebracht, doch bevor das Schiff auslaufe, könnten noch sechs bis acht Monate vergehen, denn es würden nur vollbeladene Schiffe auf Fahrt gehen. Unterwegs müssten die Baumaterialien mehrfach auf andere Schiffe umgeladen werden. Nach rund 1400 Kilometern Schifffahrt folge der Weitertransport mit einem Lkw über rund 600 Kilometern.
Die letzten 50 Kilometer bis zur Baustelle müssten die Baumaterialien von Männern getragen werden. Dank einer neuen Brücke, könnten die Bauteile seit einigen Wochen bis auf fünf Kilometer an die Baustelle herangefahren werden. Die Rohbauten des Krankenhauses, das vier Gebäudekomplexe umfasst, sind fertig gestellt, hierzu gehören zwei Krankenstationen mit je rund 20 Betten, Frauen und Männer sind in verschiedenen Häusern untergebracht, in einem dritten Gebäude sind Behandlungszimmer, Operationssaal, Entbindungsstation und andere wichtige Einrichtungen geplant.
Damit man überhaupt Ärzte gewinnen könne, wurde für sie ein Wohnkomplex gebaut. Fenster und Türen sowie die Innenausstattung der Gebäude fehlen noch. Dr. Kilombo hofft, dass in zwei Jahren der Krankenhausbetrieb aufgenommen werden kann. Das Krankenhaus werde von der katholischen Kirche betrieben, die die Ärzte bezahle wie auch die vor Ort ausgebildeten Pfleger.
