FRIESOYTHE - Die letzten Erdbeeren werden wahrscheinlich schon diese Woche geerntet. Dank der Frigo-pflanze gibt es aber hier und da bald neue Exemplare der schmackhaften Frucht.

Von Steffen Szepanski

FRIESOYTHE - Sie kommen in Scharen und haben stets ihre eigenen Behälter dabei. Wer zurzeit am Hof von Heino von Garrel vorbeifährt, sieht Menschen aus dem Emsland, dem Ammerland und der Umgebung mit ihren Körbchen, Eimern und Wannen aus Kunststoff auf den Feldern. Und alles nur wegen einer kleinen Frucht. Die strahlt aber schon von weitem in einem verführerischen Rot. Die Erdbeere lockt immer mehr Selbstpflücker an. Allerdings neigt sich die Saison dem Ende zu. Schon diese Woche werden auf vielen Feldern die letzten Erdbeeren gepflückt. Außer auf den Feldern, auf denen Frigopflanzen stehen. Die sorgen für den nächsten Schwung Erdbeeren und das schon in diesen Tagen.

Auf Heino von Garrels Feldern stehen auch Frigopflanzen. Sie werden im Herbst gerodet und erst Anfang Mai gepflanzt. Von Garrel hofft, dass er mit dem Ende der Erdbeer-Saison durch die Frigo-Pflanzen gleich wieder Erdbeeren anbieten kann. Kein Wunder, sind seine Felder doch voll von Liebhabern der roten Frucht.

Elfriede Iwanov etwa kommt jedes Jahr mit ihrer Familie zum Pflücken. „Die Erdbeeren sind lecker und ich werde auch noch Marmelade machen“, sagt die Friesoytherin. Wer selber pflückt, kann bis zu 50 Prozent des Preises sparen, sagt Heino von Garrel, der die Erbeeren auch in seinem Hofladen verkauft. Aber die Möglichkeit, selber zu pflücken, kommt besser an. Auch bei Gertrud Brinkmann, die gerade mit ihren kleinen Kindern vom Feld kommt. „Die Erdbeeren sind nicht nur gesund und schmecken lecker, auch das Pflücken macht Spaß – vor allem den Kindern“, sagt die Böselerin. Das können Erik, Lene und Nele nur bestätigen. „Gegessen wird aber erst zu Hause“, sagt Erik. So eng sehen das andere Pflücker nicht. „Ab und zu wird schon mal eine Erdbeere auf dem Feld verputzt“, sagt von Garrel. Aber so lange das nur eine Erdbeere ist und der Rest seinen Weg zur Waage am Rande des Feldes findet, „ist das kein Problem“. Schließlich verlassen viele Kunden das Feld mit riesigen, bis zum Rand vollen

Behältern. „Nicht selten nehmen Kunden riesige Mengen mit, um diese einzufrieren und später Marmelade draus zu machen.“


Und solche Kunden brauchen die Landwirte, war die Erdbeer-Saison doch in diesem Jahr extrem kurz. „In zehn Tagen wurde geerntet, was sonst in drei Wochen geerntet wird“, sagt von Garrel. „Das lag an der zeitweise enormen Hitze.“ Und dabei hatte im Frühling noch Spätfrost dafür gesorgt, dass viele Blüten erfroren sind.

Weder der Spätfrost noch die Hitzewelle konnten der Qualität der Erdbeeren etwas anhaben. „Die ist sehr gut“, berichtet von Garrel. „Die Erbeeren sind bis in die Spitzen rot, und das ist ein echtes Qualitätsmerkmal.“