FRIESOYTHE - „Das war ein turbulentes Jahr. Hätte ich euch vor einem Jahr erzählt, wir bekommen 40 Cent und zum Teil mehr für den Liter Milch, ihr hättet mich ausgelacht“, so eröffnete der Vorsitzende des Milchkontrollvereins Friesoythe, Wilfried Meemken, auf der Mitgliederversammlung in Pollmeyers Bauernstuben seinen Jahresrückblick. Zurzeit sei der Preis mit 38 Cent allerdings etwas rückläufig. Wenn am Ende ein Jahresdurchschnittspreis von 35 Cent erreicht werde, könne man sehr zufrieden sein, sagte Meemken.

Auch die Fleischpreise seien gut gewesen, zeigte sich der Vorsitzende sehr zufrieden mit den Handelspreisen auf dem Rindviehmarkt. Dem stünden allerdings die gestiegenen Futtermittelpreise entgegen. Für die Molkereien seien die Milcherzeuger wieder interessant geworden, meinte Meemken. Auch die Verbraucher billigten inzwischen den höheren Milchpreis.

Meemken forderte die Milchbauern auf, gemeinsam mit den Molkereien zu verhandeln. Eine noch stärkere Konzentration der Molkereien dürfe es nicht geben, sonst könnten diese den Preis diktieren, wie es bei den Schweinemästern durch zwei oder drei Schlachthöfe geschehe.

Beifall forderte er für Mechthild Rolfes aus Schwaneburg ein. Sie habe mit 12 470 kg Milch je Tier die besten Herdenleistungen der Milcherzeugungsbetriebe aufzuweisen, erstmals die 12 000-Kilogramm-Grenze geknackt und liege in Weser- Ems an zweiter Stelle. Die Herden von Werner Tellmann, Bischofsbrück, und Franz Meyer, Pehmertange, mit 12 394 kg sowie 10 660 kg Milch je Kuh folgen auf den Plätzen.

Die besten Kühe mit der höchsten 305-Tage-Leistung stehen im Stall von Thomas Freke aus Overlahe, „Honey 110“ gab 16 230 Liter Milch mit 582 kg Eiweiß. Die höchsten Färsenlaktationen mit 527 kg und 441 kg Eiweiß hatten „Teeblüte 16“ und „Nicola“ aus dem Stall von Freke. „Ulla 120“ von Werner Tellmann sicherte sich mit 427 kg den dritten Platz. Die Kuh mit der besten Lebensleistung steht im Stall von Franz Meyer: „Zarin“ mit 121 193 Liter Milch. „Erna 63“ von Erwin Behrens-Geese jun. aus Bösel brachte es auf 103 867 Liter und „Heidrun 405“ von Mechthild Rolfes kam auf 95 066 Liter Milch.


Bedauert wurde von Wilfried Meemken, dass sechs Betriebe ihre Kühe abgeschafft hätten und dass es im hiesigen Bereich etwas weniger Kühe gebe als im Vorjahr. Oberleistungsprüfer Gerd Lüken vom Landeskontrollverband berichtete mit viel Zahlenwerk aus dem gesamten Weser-Ems-Verband. Die Zahl der Kühe sei im Weser-Ems Gebiet leicht gestiegen.

Bei den Teilwahlen zum Vorstand wurde Hubert Koopmann einstimmig in seinem Amt bestätigt. Für ihre 25-jährige Tätigkeit als Leistungsprüferin wurde Elisabeth Meyer von Meemken und seinen beiden Vorstandskollegen Hubert Koopmann und Thomas Freke ausgezeichnet. Alfons Fübbeker von der Landwirtschaftskammer referierte anschließend zum Thema „Verringerung des Arbeitsanfalls“ und erläuterte technische Modernisierungen in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen.