FRIESOYTHE - In einigen Bauernschaften gebe es schon keine Milchkühe mehr, so Vorsitzender Wilfried Meemken. Er zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft.
Von Fritz Kreyenschmidt
FRIESOYTHE - Mit dem eindringlichen Hinweis auf heftige Diskussion um den Milchpreis in den Milcherzeugerbetrieben hat der Vorsitzende des Milchkontrollvereins Friesoythe, Wilfried Meemken, die Mitgliederversammlung in Pollmeyers Bauernstuben eröffnet.. „Mit den derzeitigen Niedrigpreisen können wir nicht zufrieden sein“, erklärte Meemken in seinem Jahresbericht.Daher überrasche es nicht, dass elf Betriebe im Einzugsbereich des Friesoyther Milchkontrollvereins ihre Kühe abgeschafft hätten. Damit verringere sich die Zahl der Milchkühe um 395. Die Leistung konnte trotzdem im Kontrollverband aber noch um 167 Liter Milch und um acht Kilogramm Eiweiß gesteigert werden. „Wir haben eine düstere Zukunft vor uns. In einigen Orten gibt es schon keine Milchkühe mehr. Die Ursache liegt auf der Hand. Bei diesen Preisen geht der Mut zum Weitermachen verloren.“ Gut funktioniere aber noch die Vermarktung.
Wegen des Befalls eines Tieres mit dem Blauzungen-Virus in Menslage wird die anstehende Auktion in Cloppenburg – hier ist noch Sperrgebiet – nach Oldenburg verlegt, hieß es. Das absolut Bemerkenswerteste und Erfreulichste sei die Leistung der Kuh „Mercedes“ im Stall von Thomas Freke aus Bösel-Overlahe, die mit 21 291 Liter Milch den höchsten je im Kontrollverband gemessenen Wert aufweise, so Meemken.
Oberleistungsprüfer Gerd Lüken vom Landeskontrollverband Weser-Ems berichtete mit viel Zahlenwerk aus dem gesamten Verband sowie aus dem Friesoyther Kontrollverein. Die höchste Herdenleistung hatte Werner Tellmann mit 11 646 Liter Milch bei 846 kg Fett- und Eiweißanteil je Kuh bei einer Herde von 33 Tieren aufzuweisen. Auf den nächsten Plätzen folgten Mechthild Rolfes, Friesoythe- Schwaneburg, und Franz Meyer, Friesoythe-Pehmertange.
Die höchsten Färsenlaktationen hatten die Kühe „Gotik“ (13 023 Liter Milch mit 855 kg Fett- und Eiweißanteil) aus dem Stall Josef und Anne Hatke, sowie „Henny“ (12 163 /871) von Mechthild Rolfes und „Judith“ (12 453/845) von Hubert Koopmann aus Markhausen.
Die Kuh mit der besten Lebensleistung steht im Stall von Franz Meyer: „Zarin“ mit 113 936 Litern Milch. „Nadine“ von Thorsten Bohlsen aus Neuscharrel schaffte es auf 99 216 Liter und „Lena“ von Josef Rohlfer aus Bösel-Glaßdorf kam auf 98 834 Liter Milch.
Lüken betonte, dass Betriebsaufgaben in den Kontrollvereinen Emsland/Südoldenburg überdurchschnittlich hoch seien. Im gesamten Weser-Emsbereich seien sie im Schnitt mit drei Prozent deutlich geringer.
