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Lebensmittelhilfe „Altersarmut auf Vormarsch“

Heinz-Josef Laing

FRIESOYTHE - Die ehrenamtlichen Helfer der Friesoyther Tafel „Carla“ haben am Donnerstag ihre Kunden mit Lebensmittelpaketen zu Weihnachten versorgt. Gleichzeitig fand eine vorgezogene Bescherung statt: Kolpingfamilien, Landfrauen, kirchliche Frauengruppen sowie Messdiener hatten Geschenke-Päckchen gepackt.

Sie wurden am Donnerstag ebenso an die bedürftigen Familien ausgegeben wie die von Jugendlichen aus Neuvrees gebackenen Neujahrskuchen. Der ehrenamtliche Jugendpfleger Horst Schiwy (48) hatte im Jugendtreff mit elf Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren rund 2000 Neujahrskuchen für die Carla-Kunden gebacken.

Carla-Vorsitzender Werner Fuhler (66) und Vorstandsmitglied Regina Bunger (51) wollen die Aktivitäten von Carla im nächsten Jahr erweitern. Im Gespräch mit der

NWZ

  kündigten sie eine engere Zusammenarbeit mit umliegenden Tafeln an. Gemeinsam werden nun Räume für eine zentrale Lagerhaltung von Lebensmitteln gesucht. Damit wollen die einzelnen Tafeln lange Fahrten einsparen.

Zugleich will „Carla“ ihre Angebote erweitern. Fuhler und Bunger planen mehr „Hilfe zur Selbsthilfe“. So ist neben Kochkursen, Energieberatung und Schuldnerberatung auch eine nachmittägliche Hausaufgabenbetreuung für Kinder durch die ehrenamtlichen Helfer geplant. Dazu arbeitet „Carla“ eng mit mehreren Schulen zusammen. Regina Bunger: „Es geht darum, ein soziales Netzwerk für unsere Kunden zu schaffen. Dazu wollen wir auch die Kirchengemeinden und andere soziale Träger stärker mit ins Boot holen.“

Einstellen müssen sich die Carla-Helfer auch auf Veränderungen in ihrer Kundschaft. So haben Bunger und Fuhler festgestellt, dass die Zahl der jungen und bedürftigen Familien nicht mehr zunimmt, dafür aber immer mehr Ältere sich bei „Carla“ melden. Werner Fuhler: „Daran sieht man, dass sich die Altersarmut immer weiter auf dem Vormarsch befindet.“

Die Friesoyther Tafel

versorgt wöchentlich mit ihren Ausgabestellen in Friesoythe, Bösel, Garrel und Barßel 500 Familien mit Lebensmitteln. Dazu sind rund 150 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Mit zwei Transportern und einem Anhänger werden regelmäßig im Handel und in Betrieben der Lebensmittelindustrie in der Region gespendete Nahrungsmittel eingesammelt. Die Fahrer legen etwa 60 000 Kilometer im Jahr zurück. Dabei reicht das Einzugsgebiet der Friesoyther Tafel von Emden bis Bremen und von Oldenburg bis Nordhorn.
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