FRIESOYTHE - „Ich kann mir sehr gut vorstellen, für immer in Friesoythe zu bleiben“, verkündet Anke Lüschen. Ihre Aussage ist wohl überlegt, denn an Vergleichsmöglichkeiten mangelt es ihr wahrlich nicht. Schon in einer ganzen Reihe von Orten hat die 48-Jährige im Laufe ihres Lebens gewohnt, bevor sie im Mai vergangenen Jahres in das Mittelzentrum im Cloppenburger Nordkreis gezogen ist – und das schon zum zweiten Mal.
1981 lebte sie bereits für ein Jahr in Friesoythe. Das war während ihrer Gesellenzeit, als die gelernte Ländliche Wirtschafterin übergangsweise auf einem Hof in Neulorup arbeitete. Schon damals fand sie Gefallen an der Stadt, die sie nun als mögliche Dauerresidenz auserkoren hat: „Die Gegend hat mir auf Anhieb zugesagt. Jetzt möchte ich hier endgültig heimisch werden.“
Dabei liegt ihre eigentliche Heimat ein ganzes Stück weiter nördlich: in der Wesermarsch, um genauer zu sein. Geboren in Brake, verbrachte sie ihre Kindheit in Berne. Im Alter von 21 Jahren zog sie mit ihrem damaligen Ehemann nach Rodenkirchen. Später ging es ins Ammerland nach Westerstede, wo ihre beiden Söhne zur Welt kamen.
Kaum waren diese aus dem Haus, zog es Anke Lüschen weiter gen Süden: nach Friesoythe. „Ich wollte endlich mit meinem langjährigen Lebensgefährten zusammen ziehen“, begründet sie die neuerliche Standortwahl, die – so hofft sie zumindest – die letzte gewesen sein soll. Weiter südlich soll es für sie jedenfalls nicht mehr gehen.
Arbeit bei Pflegedienst
Eine Anstellung fand sie beim ambulanten Pflegedienst Reiners in Sedelsberg. Erst kürzlich setzte sie dort auch ihre Unterschrift unter einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Einem dauerhaften Aufenthalt in Friesoythe steht somit nichts mehr im Wege.
Um die Menschen, mit denen sie bei der Arbeit zu tun hat, auch wirklich alle verstehen kann, erwägt Anke Lüschen sogar, Plattdeutsch zu lernen. Die Idee dazu kam ihr beim Neubürgerempfang im Friesoyther Rathaus am Montag: „Es war mir gar nicht bewusst, dass wir plattdeutsches Jahr haben, bevor der Bürgermeister davon erzählt hat. Ich hätte großes Interesse, einen der von ihm angesprochenen Sprachkurse zu besuchen.“
Suche nach Chor
Obwohl sie im Schichtdienst arbeitet, findet Anke Lüschen genügend Zeit, ihren Hobbies nachzugehen. Eines davon ist das Singen: „Ich bin momentan noch auf der Suche nach einem gemischten Chor.“
In ihrer Freizeit geht Anke Lüschen außerdem gern schwimmen. „Ich würde es begrüßen, wenn das Hallenbad bald erneuert wird“, findet sie dann doch noch etwas Verbesserungswürdiges an der Stadt, an der sie ansonsten schätzt, so viel zu Fuß oder mit dem Rad erledigen zu können. Und noch etwas: „Die Kirche ist wirklich wunderschön.“ Anke Lüschen muss es wissen, schließlich hat sie in ihren vorigen Wohnorten schon einige gesehen.
