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Mitglieder Aus Friesoythe Berichten Als Frau in der Feuerwehr

Manuela Wolbers

Friesoythe/Nordkreis - Sechs Feuerwehrfrauen sind Teil der aktiven Feuerwehr in Friesoythe, insgesamt hat die Wehr 60 Mitglieder. Seit rund zwei Jahren dabei sind auch die 20-jährige Katharina Lamping und die ebenfalls 20-jährige Alina Pahlke aus Friesoythe. Mitglied geworden sind die beiden aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Katharina Lamping gehört seit fast zwei Jahren zum Team dazu, sie ist im August 2017 eingetreten, nach ihrem Abitur. „Ich hab es schon beim Schützenfest vor drei Jahren versprochen“, verrät sie. Überredet hatten sie ihre Nachbarn, von denen viele selbst Mitglied sind. Hauptberuflich arbeitet sie beim Rettungsdienst.

Alina Pahlke ist seit zweieinhalb Jahren dabei. „Als ich zehn oder elf war, war ich schon einmal in der Jugendfeuerwehr“, erzählt sie. „Aber ich war das einzige Mädchen, da bin ich wieder rausgegangen.“ Pahlkes Vater ist ebenfalls Mitglied der Feuerwehr. Zu Hause hat sie oft mitbekommen, wenn der Melder losging. „Je älter ich wurde, desto mehr hat es mich interessiert.“ Und schließlich ist sie doch wieder eingetreten.

Keine Diskriminierung

Diskriminiert werden die beiden nicht, „eher im Gegenteil“, sagt Lamping. Als Beispiel nennt die Atemschutzgerätträgerin den zugehörigen Lehrgang. „Wir waren drei Frauen, sonst waren da nur Männer.“ Diese hatten vor den Frauen ganz schön viel Respekt. Nur der Dozent war wohl etwas skeptisch. Lamping hat gehört, wie er bezweifelte, dass ein Mensch ihrer Größe – 1,64 Meter – so ein schweres Gerät handhaben kann. „Jetzt erst recht“, war die Reaktion der 20-Jährigen. „Den Kurs habe ich mit Bravour bestanden.“

Auch im Einsatz werden die Frauen eher bewundert, als dass ihnen das Können abgesprochen wird. Dass sie dann mit voller Montur dabei sind, führe zwar auch zu Erstaunen, „aber im Positiven“, erzählt Pahlke.


Auch von ihren Feuerwehrkollegen werden die beiden nicht anders oder gar schlechter behandelt. „Ich glaube eher, wir gehen höflicher und respektvoller mit ihnen um“, sagt Heinz Jansen-Olliges, Pressewart der Friesoyther Feuerwehr. „Wir fragen öfter, ob die Aufgabe für sie in Ordnung ist.“

Doch warum gibt es noch verhältnismäßig wenige Feuerwehrfrauen? „Viele denken, dass Frauen hier vielleicht anders behandelt werden“, vermutet Pahlke.

Verschiedene Aufgaben

„Hier wird keiner zu etwas gezwungen“, betont Lamping. Niemand müsse sich zur Atemschutzträgerin oder zum Atemschutzträger ausbilden lassen, wenn das nicht selbst gewünscht wird. Auch Aufgaben, die man sich nicht zutraut, muss niemand erledigen und wer Probleme mit Höhe hat, muss auch nicht auf die Drehleiter. Auch bei Autounfällen müsse niemand direkt am Fahrzeug arbeiten, der das nicht möchte, sagt Jansen-Olliges. „Es gibt auch andere Aufgaben, zum Beispiel das Absperren der Straße.“

Einfach mal machen

Lamping und Pahlke vermuten jedoch, dass es sich so langsam wandelt. So seien etwa beim Kreisfeuerwehrtag immer mehr Frauen mit dabei. „Beim Truppmannlehrgang, dem Grundkurs, waren wir acht oder neun Frauen von 30 Teilnehmern“, sagt Lamping. Ähnlich war die Stärke bei Pahlke.

Sie rät allen Interessierten, egal ob Mann oder Frau: „Einfach vorbeikommen und machen.“ Für manche sei die Mitgliedschaft in der Feuerwehr auch nichts. „Aber wenn man es nicht ausprobiert, weiß man es ja auch nicht.“ Lamping pflichtet ihr bei: „Hier wird keiner verpflichtet. Jeder kann erst einmal schauen.“ Sie schätzt an der Feuerwehr besonders die Kameradschaftlichkeit: „Wir sitzen oft und gern zusammen.“  Wer Interesse hat, kann zum nächsten Dienst kommen, am Dienstag, 30. Juli, um 19.30 Uhr ins Feuerwehrhaus Friesoythe, Sedelsberger Straße 1.

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