FRIESOYTHE - FRIESOYTHE - Um mehr als 1450 Kilometer Gewässer hat sich die Friesoyther Wasseracht bisher gekümmert. Jetzt kommen weitere 22 Kilometer dazu, da die Unterhaltung der Sagter Ems und des Friesoyther Kanals rückwirkend zum 1. Januar 2006 in die Zuständigkeit der Wasseracht gefallen ist. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zieht sich damit aus der Unterhaltung der Sagter Ems und des Friesoyther Kanals zurück.
„Die Verträge zwischen dem NLWKN und der Wasseracht sind besiegelt“, teilten jetzt der Direktor des NLWKN, Siegfried Popp, Verbandsvorsteher der Wasseracht, Hans Peckskamp, sowie Geschäftsführer Heinrich Germann in Friesoythe mit.
Die Unterhaltung der Gewässer III. Ordnung liegt ohnehin bei den Verbänden (bei der Friesoyther Wasseracht sind das 850 Kilometer), aber auch die Pflege der Gewässer II. Ordnung soll möglichst vollständig an die Unterhaltungsverbände übertragen werden, das ist das Ziel der Niedersächsischen Landesregierung. „Landesweit unterhalten die Verbände ohnehin fast alle Gewässer II. Ordnung. 27 000 Kilometer sind es in Niedersachsen insgesamt, nur um 650 Kilometer hat sich bisher der NLWKN gekümmert – und diese Ausnahmen sollen künftig nach dem Ergebnis der Verwaltungsreform nicht mehr gelten", erläuterte Popp im Gespräch mit der NWZ
Deshalb hatte der NLWKN mit den 26 betroffenen Unterhaltungsverbänden verhandelt. Das Ziel: Statt sich – wie bisher – nur finanziell an Kosten der Unterhaltung zu beteiligen, sollen die Verbände die Verantwortung ganz übernehmen.
Bei den Verhandlungen mit den Friesoyther Wasseracht ging es konkret um die Sagter Ems vom Küstenkanal bis zur Brücke in Strücklingen und um den Friesoyther Kanal vom Wehr in Friesoythe bis zum Küstenkanal. „Hier waren wir uns schnell einig", erläuterten Popp undPeckskamp. Schwieriger war die Übergabe der wasserwirtschaftlichen Anlagen, die gleichzeitig in das Eigentum des Verbandes übergehen sollen. Das sind die Wehre Haskamp und Renken im Friesoythe Kanal sowie die beiden Düker Haskamp und Renken. „Von diesem Geschenk waren wir zunächst nicht begeistert, weil wir die hohen Folgekosten fürchten", sagte Germann.
Doch das Land versüßt die Übergabe und übernimmt die Hälfte möglicher Sanierungskosten für das Wehr Renken, das sich – wie alle anderen Anlagen auch – derzeit in einem guten Zustand befindet. Das Wehr Renken hat eine besondere Bedeutung für die Steuerung des Küstenkanals.
Jetzt zeigten sich alle Beteiligten zufrieden mit dem Vertrag: „Es ist sinnvoll, dass derVerband das komplette Gewässernetz zweiter und dritter Ordnung betreut", betonte Popp. Der NLWKN konzentriert sich auf die Gewässer erster Ordnung wie den Ems-Jade-Kanal.
„Die Wasseracht kann ihre Kräfte bündeln", sagte Peckskamp. Die Belastung für die rund 28 700 Mitglieder soll trotz der neuen Aufgaben nicht steigen. „Wir konnten unsere Beiträge in den vergangenen Jahren durch einen eigenen Regiebetrieb stabil halten, das soll so bleiben", erläuterte Germann sichtlich zufrieden.
