FRIESOYTHE/PORTSLOGE - Sein Wissen gibt der gebürtige Berliner gerne weiter. Am 9. Juni führt er Besucher aus Friesoythe durch seinen Garten.

von steffen Szepanski

FRIESOYTHE/PORTSLOGE - Wolfgang Hoff setzt auf die Natur, wo andere auf die Chemie setzen. In seinem Garten haben Pestizide und chemische Düngemittel nichts zu suchen. Er hat einen biologisch-dynamischen Hausgarten, in dem er die naturgemäße Kompostierung von organischen Abfällen betreibt. Was man dabei zu beachten hat, zeigt er Interessierten am 9. Juni ab 17 Uhr. Dann führt Hoff durch ein vierstündiges Seminar des katholischen Bildungswerkes.

„Hände weg von Blaukorn, Kalkstickstoff und von Pestiziden“, lautete das Motto für jemanden, der einen biologisch-dynamischen Garten bewirtschaften möchte“, sagt Hoff. „Im konventionellen Anbau werden die Pflanzen einseitig gedüngt, und das macht sie krank.“ Hoff stellt seinen Düngehumus selbst zusammen. Ein Gemisch aus Küchenabfällen, Unkraut, Ernterückständen, Blättern und Gras bleibt ein Dreivierteljahr liegen. Mit einigen Zusätzen wie Heilkräutern reift der Humus, und am Ende sind die Essensreste nicht mehr zu erkennen.

„Das Ergebnis sind intakte Bodenhorizonte, gesundes Pflanzgut und eine reiche Ernte“, sagt Hoff. Die Äpfel, Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren, die er anbaut, haben laut Hoff „mehr Vitamine und Mineralstoffe“.

Ein weiterer Aspekt spielt in Wolfgang Hoffs Garten eine wichtige Rolle. „Bei Aussaaten und Pflanzungen gehe ich nach dem Saatkalender der Forscherin Maria Thun vor“, erklärt er. „Sie hat untersucht, welcher Mond- und Planetenstand Einfluss auf das Pflanzenwachstum hat.“


Zweimal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst – führt Hoff durch seinen Garten. Der biologische Anbau ist Wolfgang Hoff sehr wichtig, und er möchte sein Wissen weitergeben. Zehn bis 20 Gäste führt er im Durchschnitt bei einem Termin durch sein „Reich“. Gerne lässt er sich dabei ausfragen. Friesoyther können sich beim katholischen Bildungswerk der Stadt für das Seminar anmelden ( 93300). Die Leidenschaft Wolfgang Hoffs für die Gärtnerei hat einen ernsten Hintergrund: „Als ich Kind war – kurz nach dem Krieg – hat uns unser Garten teilweise ernährt“, sagt der gebürtige Berliner. Seitdem interessiert er sich für den Anbau von Obst. Vor vier Jahren zog er nach Portsloge. Dass er Chemie gegenüber nicht grundsätzlich negativ eingestellt ist, zeigt sein Lebenslauf. Mehr als 20 Jahre lang arbeitete Hoff in Leverkusen. Sein Arbeitgeber? Richtig, der Pharmakonzern Bayer.