FRIESOYTHE - Wohl jeder kennt dieses Gebäude. Es ist der alte Bauernhof, der am Friesoyther Burkamp liegt. Mitten in der alten Hansestadt. Es ist der letzte Hof, der noch in der Innenstadt liegt.
Hier wohnt Maria Deeken (70). Sie hat in den 60er-Jahren in den Hof eingeheiratet. Damals war der Hof Zentrum einer große Landwirtschaft, ihr Ehemann führte zudem einen Viehhandel. Maria Deeken erinnert sich noch gut daran. „1963 kam ich zum ersten Mal auf den Hof. Ich war zu Besuch“, erzählt sie im NWZ -Gespräch.
Damals wurden die Kühe draußen an der Mauer festgemacht, damit ihr späterer Ehemann sie begutachten konnte. Maria Deeken weist auf die alten rostigen Eisen-Ringe hin, an denen die Tiere mit festgemacht wurden.
Dann zeigt sie ihren Garten. Er breitet sich wie ein grüner Teppich hinter dem Haupthaus des Hofes aus. Hier blühen gelbe Kletterrosen, roter Mohn, Margeriten, Lupinen und ein zwei riesengroße Boskop-Apfelbäume.
Wenn sie an früher denkt, kommen die Erinnerungen an ihrer Kinder. „In kurzer Zeit habe ich drei zur Welt gebracht“, erinnert sie sich und lacht. Maria ist glücklich – und rührig zumal.
Trotz vieler Schicksalsschläge hat sie den Mut und die Lust am Leben nicht verloren. 1998 starb ihr Mann Josef, seit dem lebt Maria Deeken alleine auf dem großen Hof. „Ich kann zu Fuß nach Berlin marschieren – ändern kann ich doch nichts. Es kommt alles so, wie es kommen soll.“ Maria Deeken schweigt für einen Moment.
Dann redet sie wieder über ihren schönen Bauerngarten, den sie sich vor über zehn Jahren selbst angelegt hat.
Was für ein Rasen? „Fußball-Rasen“, antwortet sie, „damit die Kinder darauf spielen können. So ein Garten ist doch nicht nur zum Gucken.“ So eine Oma wünscht sich wohl jeder Enkel . . .
Ihre Naturverbundenheit drückt sich auch noch woanders aus. Seit vielen Jahren ist Maria Deeken im Kneipp-Verein aktiv. Montags geht sie schwimmen, Mittwochs zur Gymnastik, Donnerstag fährt sie Rad. „Und Freitagmorgens ist Nordic Walking“ sagt sie.
Ihr Blumen-Garten am Burkamp blüht. Und Maria Deeken blüht auch auf. Jedes Jahr aufs Neue . . .
