FRIESOYTHE - Beim Unternehmensplanspiel bei Leoni zeigten sich die Jungmanager erstaunlich clever. Die richtige Wirtschaft war beeindruckt.

Von Gesa Runden

FRIESOYTHE - „Nicht kleckern, sondern klotzen“ – das war die Devise von Schülerinnen und Schülern der Klasse 12 des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) Friesoythe, als sie sich als Manager großer Unternehmen behaupten mussten. Insgesamt 18 Schüler hatten die Schulbank gegen den Chefsessel in einer Aktiengesellschaft getauscht.

Das Unternehmensplanspiel „Management Information Game“ (MIG) war veranstaltet worden von der Akademie „Schule & Wirtschaft“ im Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft und dem Arbeitgeberverband Oldenburg. Gastgeber war das Spezialkabelwerk Leoni in Friesoythe. Zusätzlicher Kooperationspartner ist die Oldenburgische Landesbank AG (OLB). Als Sponsor sorgte der Arbeitgeberverband Nord-West-Metall – Verband der Metallindustriellen des Nordwestlichen Niedersachsen – für die finanzielle Basis des MIG-Planspiels.

Eine Woche lang dauerte das von Politiklehrerin Jutta Nuß betreute Projekt. Und zahlreiche Lehrer wohnten der Präsentation zum Projektende bei Leoni bei – und glaubten, ihren Augen und Ohren nicht trauen zu können. „Das können doch nicht unsere Schüler sein!“, so manch verwunderter Ausruf. Denn wie selbstverständlich manövrierten sich die „Jungunternehmer“ zwischen „Bär und Bulle“ und „Hausse und Baisse“ durch schwierigste Wirtschaftsbereiche.

Drei Gruppen hatten jeweils immer dieselbe Aufgabe. Sie sollten sich – passend zur Jahreszeit – eine Verkaufsstrategie, die Planung sowie eine Kampagne für einen Sonnenbrandmelder einfallen lassen. Die drei fiktiven Aktiengesellschaften namens „Suns AG“, „Suntec Systems AG“ und „Seadax AG“ standen in der Elektrobranche miteinander im Wettbewerb.


Thomas Kühn vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft, der das MIG-Projekt landesweit koordiniert, war mit dem Ergebnis sehr zufrieden: Die Schüler seien positiv aufgefallen, weil sie nicht aufgefallen sind, so sein Fazit. Die jungen Unternehmer legten besonderen Wert auf die visuelle Darstellung ihrer Vorstellungen und Ideen und präsentierten sie ganz modern mit „Powerpoint“.

Gut im ungewohnten Metier waren alle, richtig gut die Jungmanager der „Seadax-AG“, die mit 120 Stimmen bei der Jury am Ende knapp die Nase vorn hatten. Das Ziel, die Schüler praxisnah auf komplexe Zusammenhänge in der Wirtschaft vorzubereiten, sei in vollem Umfang erfüllt worden, so Thomas Kühn. Und Leoni-Geschäftsführer Hermann Gößling lobte: „In dieser Jugend steckt viel Potenzial.“

Reinhard Woltermann, Schulleiter des AMG, zeigte sich ebenfalls zufrieden. Für die Schüler sei so viel Praxisnähe, an der sie selbst beteiligt seien, spannend und lehrreich. Derartige Projekte seien hilfreich dabei, Schüler so vorzubereiten, dass sie in einer immer komplizierter werdenden Wirtschaftswelt zurecht kämen, gegebenenfalls auch als Führungskräfte in der Wirtschaft.

Und wie fanden es die zeitweiligen jungen Unternehmerinnen und Unternehmer selbst? Chelina Diekhaus, die Rechtswesen studieren will, sagte, man habe nicht nur tiefe Einblicke in die Wirtschaft gewonnen, sondern das Projekt habe auch besonders den Teamgeist gefördert habe. Und das ist ein Lerneffekt, der weit über die eigentlich wirtschaftliche Nutzung hinausgeht.