FRIESOYTHE - „Am Friesoyther Kanal I“ – Es gibt nur wenige Straßen im Stadtgebiet, die in einem schlechteren Zustand sind. Die in den 1960er Jahren gebaute Straße ist eine Verkettung von Löchern, Unebenheiten und Bodenwellen. Der Verkehr, der über die Straße „Am Friesoyther Kanal I“ rollt, ist unter anderem Zu- und Ablieferverkehr zu ortsansässigen Landwirtschaften mit Biogas-Anlagen und Schweineställen. Schon seit langer Zeit wird intensiv darüber beraten, wie die Strecke entlang des kleinen Kanals saniert werden kann. Die wichtigste Frage dabei: Wer soll eine Straßensanierung bezahlen?
Gespräche im November
Mitglieder des Stadtrates brachten ein Flurbereinigungsverfahren ins Spiel. Darüber ließen sich EU-Fördermittel einfordern (siehe auch Info-Kasten). Im November hat dann ein Gespräch zwischen der Stadt und dem Ortslandvolk stattgefunden, bestätigt der Friesoyther Landvolk-Vorsitzender Thomas König gegenüber derNWZ
.Das Landvolk habe aber solch ein Verfahren abgelehnt. Zum einen hätte die Flurbereinigung nicht nur die Landwirte betroffen, die in der Nähe der Straße wohnen, sondern das Verfahren hätte für das gesamte Gebiet mit dem Namen „Friesoythe Nordwest“ gegolten. Dieses erstreckt sich vom Friesoyther Kanal bis zur Bundesstraße 401 und von der Sedelsberger Straße bis hin zur Barßeler Straße. „Eine Abfrage unter allen Landwirte hatte ergeben, dass kein Interesse an einer Flurbereinigung bestand. Daher hat der Landvolkverband das Projekt abgelehnt“, sagte König.
In erster Linie deshalb, weil es wegen der ohnehin gut gegliederten Flächenstruktur keines Flurbereinigungsverfahrens bedürfe. Zum anderen bedeute das auch hohe Kosten für die Landwirte. Denn während bei der Verbesserung der Infrastruktur der Großteil durch EU-Fördermittel zwar gedeckt sei, müsse sich der Landwirt dennoch an den Kosten beteiligen. Zudem müsse jeder Landwirt bei einer Flurbereinigung etwa 20 Jahre lang circa 20 Euro pro Hektar zahlen. Nicht selten müsse auch Land abgegeben werden. „Je nach Betriebsgröße kommen schnell mal 40 000 Euro und mehr zusammen“, sagt Bernd Wöbkenberg.
Interesse an guter Straße
Er ist ebenso wie Heiner Pille und Matthias Fredeweß Landwirt an der Schillburger Straße, die vom „Friesoyther Kanal I“ abgeht. Fredeweß war es auch, der bereits die Asphaltierung der ersten 400 Meter ab der Sedelsberger Straße gemeinsam mit der Stadt finanziert hat. 30 000 Euro musste er dafür aufbringen. Die Maßnahme zur Ertüchtigung des Weges sei Voraussetzung gewesen für den Bau einer neuen Biogasanlage, so Fredeweß.
Natürlich habe jeder Landwirt Interesse an einer guten Straße, betonen Wöbkenberg, Pille und Fredeweß. Doch die Sanierung des „Friesoyther Kanals I“ könne nicht allein zu Lasten der umliegenden Landwirte gehen. Es müsse mit allen Anliegern, der Stadt und den Landwirten eine gemeinsame Lösung gefunden werden.
