FRIESOYTHE/TEGUCIGALPA - Gerhard Mäurer steht in der Pausenhalle der Berufsbildenden Schulen Friesoythe an der Thüler Straße und lässt sich ein Stück Kuchen schmecken, den die Schülerinnen und Schüler der Klassen 11 (III und IV) des Wirtschaftsgymnasium Friesoythe gebacken haben. „Lecker“, sagt Mäurer, Mitglied der Katholischen-Arbeitnehmer-Bewegung und Mitinitiator des Projekts „Helfen in Honduras.“
Mäurer, er stammt aus Dinklage, ist nach Friesoythe gekommen, um sich bei den Wirtschaftsgymnasiasten, Oberstufenkoordinator Eko Trei und Religionslehrerin Hanna Rieken zu bedanken, die sich mit einem Schulprojekt für die Aktion „Helfen in Honduras“ engagieren. Mäurer und sein Mitstreiter Johannes Wernke aus Harkebrügge sind Aktivposten des Projektes „Helfen in Honduras“, das am 20. September 2002 vor Ort gestartet wurde.
„Wir gewähren in Honduras Frauen Kleinkredite, damit sie sich in dem bitterarmen Land eine Existenz aufbauen können“, erläutert Mäurer und ergänzt, dass allein mit Spenden aus dem Oldenburger Land bereits mehr als 120 Familien in Honduras geholfen werden konnte.
Die Friesoyther Elftklässler haben allein mit dem Verkauf von selbst gebackenen Kuchen 250,46 Euro erlöst. Diese Summe wird Mäurer jetzt den Frauen überbringen, die in Honduras eine zukunftsfähige Geschäftsidee präsentieren. Gefördert werden nur die, die bereit sind, sich in einer Gruppe von jeweils 21 Frauen zusammenzuschließen und sich untereinander solidarisch zu helfen.
„Die Armut im Land wird immer größer“, sagt Mäurer, der sich über das Engagement der Schülerinnen und Schüler freut. Und auch Religionslehrerin Rieken zeigt sich von der Projektarbeit begeistert.
Die Schüler hätten über die konkrete, zielbezogene Themenstellung eine Menge über Land und Leute erfahren – und über den Kuchenverkauf seien sehr viele Schüler auf das Honduras-Projekt der Katholischen-Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Landesverband Oldenburg, aufmerksam geworden.
Weitere Informationen zum Projekt Helfen in Honduras gibt es im Vechtaer Büro der KAB, Landesverband Oldenburg unter 04441/872240 bei Elisabeth Dartmann.
Honduras ist Nach Haiti eines der ärmsten Länder Mittelamerikas
Honduras
ist ein Staat in Zentralamerika. Er grenzt an Guatemala, Nicaragua, El Salvador und mit seiner Nordküste an die Karibik. Die Südküste liegt am Nordpazifik.Die Hauptstadt
und größte Stadt mit 1,09 Millionen Einwohnern (Stand 2001) ist Tegucigalpa, sie ist im südlichen Teil des Landes im Gebirge, im Hinterland der Pazifikküste, gelegen.Honduras
ist nach Haiti eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. 71,6 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Jedes Jahr wandern viele Honduraner ins Ausland aus, vornehmlich in die USA.Die Arbeitslosigkeit
in Honduras ist hoch, jedoch aufgrund der Erwerbsstruktur sind die Statistiken kaum verlässlich. Gerade die tatsächliche Armut der Landbevölkerung ist über eine Arbeitslosenstatistik nicht erfassbar.Problematisch
sind auch die aus Armut und Hoffnungslosigkeit entstandenen Jugendbanden wie „Barrio 18“ (auch als Mara 18 bekannt) oder „Mara salvatrucha“, die teilweise ganze Viertel und Städte terrorisieren. Viele Mitglieder kommen zudem aus zerrütteten Familien.Schätzungen gehen davon aus, dass beide rivalisierende Jugendbanden jeweils bis zu 40 000 Mitglieder haben.
Diese NWZ -Serie erläutert unterschiedliche Themen in den Schulen und verfolgt, wie Lernziele umgesetzt werden.
Die Armut
im Land wird
immer
größer
