FRIESOYTHE/THüLE - Es war die vielleicht desaströseste Hauptversammlung, die der Tierschutzverein Friesoythe, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, je erlebt hat: Die Vorstandswahlen auf der Mitgliederversammlung des Vereins in Pollmeyers Bauernstuben in Thüle gerieten teilweise zum totalen Fehlschlag. Nur mit Mühe und zum Teil erheblichen Widerständen gelang es überhaupt, mit Elke Többens-Gerski eine neue Vorsitzende zu wählen.

Der alte Vorstand mit der Tierärztin Dr. Veronika Tholen als Vorsitzende, Kassenwartin Sabine Damm und Schriftführerin Margret Stanke – das Amt des 2. Vorsitzenden war nach heftigen Querelen seit über einem Jahr vakant – hatte zuvor auf der Versammlung seinen Rücktritt angekündigt.

Tholen erinnerte daran, dass sie bei den letzten Vorstandswahlen vor vier Jahren ihren Rücktritt für die nächste Wahl bekannt gegeben habe. Als Tholen fragte, wer das Amt der Vorsitzenden übernehmen möchte, herrschte langes Schweigen. Wiederholt wurden jüngere Kräfte aufgefordert sich zu melden. Auch persönliche Ansprachen brachten nichts. Schließlich meldete sich Elke Többens-Gerski und erklärte ihre Bereitschaft, das Amt zu übernehmen. Wegen der schwierigen und vielfältigen Aufgaben des Amtes machte Veronika Tholen den Vorschlag, das Amt mit der neuen Kandidatin gemeinsam auszuüben, um sie einzuarbeiten. Diskutiert wurde auch, dass Tholen Vorsitzende bleibt und die neue Kandidatin als Stellvertreterin mitarbeitet. Die Angelegenheit blieb zunächst in der Schwebe. Mindestens ebenso schwierig gestaltete sich die Suche nach einer neuen Kassenwartin und Schriftführerin, sie blieb ganz erfolglos. Damm und Stanke erklärten schließlich ihre Bereitschaft, die Ämter kommissarisch

weiterzuführen.

Tholen stellte dann Többens-Gerski als neue Vorsitzende zur Wahl und ließ abstimmen. Es wurde geheim gewählt. Hauchdünn mit 16 Ja-Stimmen, zwölf Nein-Stimmen und einer Enthaltung wurde Többens-Gerski zur neuen Vorsitzenden gewählt.


Dr. Tholen stellte sich dann für das Amt der 2. Vorsitzenden zur Verfügung und wurde durch öffentliche Zustimmung gewählt. Die neue 2. Vorsitzende informierte zu Beginn der Versammlung, dass man im letzten Jahr einen Bestand von 163 Katzen, 110 Hunden, sieben Kaninchen, zehn Meerschweinchen, ein Hängebauchschwein, zwei Nymphen und eine Schildkröte gehabt habe. Auf Grund ihres schlechten Zustandes mussten 16 Katzen eingeschläfert werden.

Viele Tiere konnten aber vermittelt werden, so dass der Bestand jetzt mit 26 Katzen, 15 Hunden und drei Meerschweinchen relativ gering ist. Fertig gestellt wurden zwei neue Katzenzimmer. Katzenerkrankungen habe es im vergangenen Jahr recht häufig im Tierheim gegeben, sie ließen sich kaum vermeiden, betonte die Vorsitzende. Katzen zu vermitteln sei schwierig, Hunde würden durchschnittlich nach zehn Tagen das Tierheim wieder verlassen, hieß es.

Dr. Tholen wies auch darauf hin, dass im vergangenen Jahr das Spendenaufkommen sehr gut gewesen sei und man finanziell gut über die Runden gekommen sei. Dies bestätigte auch Kassenwartin Sabine Damm und wies am Ende einen Überschuss aus.