FRIESOYTHE - Sie spielen. Die kleinen Kätzchen rollen sich übermütig auf den Rücken und schlagen mit ihren Miniatur-Pfötchen nach ihren Artgenossen. Ein leises Fauchen ist zu vernehmen. Und weiter geht das muntere Balgen. Sie sind niedlich, keine Frage. Doch mit tierischer Idylle hat die Szene nichts zu tun. Die Katzenbabys wurden allesamt ausgesetzt. Meist in einem Karton abgestellt und sich selbst überlassen. Jetzt wohnen sie im Tierheim des Tierschutzvereins Friesoythe in Sedelsberg. Und die Helfer tun ihr Möglichstes, um die kleinen Racker über die Runden zu bringen.
Intensive Pflege
Und genau das ist keine einfache Angelegenheit. Denn: Einige Katzen-Welpen sind gerade einmal zwei Wochen alt. Sie sind auf ihre Mutter angewiesen, um zu überleben. „Die Welpen bekommen etwa alle zwei Stunden Futter. Dann werden sie von ihrer Mutter geleckt und dadurch massiert, wodurch die Kleinen Kot absetzen können“, erläutert Sigrid Kleen vom Tierheim. Ohne diese Fürsorge, würden die Tiere krank.
Kaum Überlebenschancen
Einige Katzen-Ammen haben die ausgesetzten Kätzchen angenommen, säugen und pflegen den Nachwuchs. Kleen: „Aber wir haben nicht genug Ammen für alle Katzen. Die Tiere haben so kaum eine Überlebenschance.“ Wie es weitergehen soll, wissen die Helfer nicht. Innerhalb kürzester Zeit wurden bei ihnen 30 Katzenbabys abgegeben. Einige hatte man auf der Mülldeponie Stapelfeld ausgesetzt, andere landeten am Straßenrand oder auf einem Parkplatz. Zwei bis acht Wochen sind die Tiere alt.
Sigrid Kleen ist überzeugt, dass es sich bei den meisten Tieren nicht um den Nachwuchs von wilden Katzen handelt, sondern um den von Hauskatzen. „Die Leute lassen ihre Tiere einfach nicht kastrieren und dann werden die Katzen trächtig, manchmal dreimal im Jahr.“ Die Welpen würden dann kurzerhand entsorgt. Manchmal würde die Mutter auch mit ausgesetzt. Wer eine Katze hat, die vorübergehend einige Katzenbabys annehmen könnte, kann sich im Tierheim melden: 04492/443.
Wer aber Katzennachwuchs von wilden Tieren entdeckt, sollte die Tiere nicht gleich ins Tierheim bringen, so Kleen: „Die Mütter sind oft nur einige Stunden weg zum Jagen und kommen zu ihrem Nachwuchs zurück.“
