FRIESOYTHE - Friesoythe/MC Der Fischereiverein für den Bezirk der Friesoyther Wasseracht besteht 80 Jahre. Die Gründung erfolgte am 29. Juni 1927. Man begann mit drei Dutzend interessierter Männer.

Heute zählt der Verein mehr als 2000 Mitglieder. Das Stiftungsfest wird am 30. Juni in „Pollmeyers Bauernstuben“ gefeiert. Der Wasser-und Bodenverband „Friesoyther Wasseracht“ ist der Gründer des Vereins. Die Wasseracht hatte im Jahre 1924 das Fischereirecht für die Gewässer in ihrem großen Bezirk von Barßel bis Cloppenburg erhalten. Zunächst erteilte sie Fischereierlaubnisscheine an Einzelpersonen. Drei Jahre später gelang es dem Vorstandsmitglied Georg Glup aus Thüle, interessierte Petrijünger aus dem gesamten Wasserachtsbezirk in einem Fischereiverein zusammenzubringen, dem dann das Fischereiausübungsrecht verpachtet wurde.

Rund drei Dutzend Männer kamen am 29. Juni 1927 in Friesoythe zusammen und wählten den Gründungsvorstand des Fischereivereins. Erster Vorsitzender wurde der Landwirt Georg Glup aus Mittelsten Thüle, sein Stellvertreter der Landwirt Hermann Wilkens in Sedelsberg.

Die Generalversammlung am 16. Oktober 1927 bestätigte einstimmig den Gründungsvorstand, verabschiedete die Satzung und beschloss die Anmeldung zum Vereinsregister.

Im Oktober 1927 zählte der Fischereiverein bereits 69 Mitglieder. Die Mitgliedschaft wurde mit einem Jahresbeitrag von einer Mark erworben. Die Ausübung der Fischerei kostete jährlich drei Mark für das Handangeln, sechs Mark für Handangeln und Reusen ohne Flügel, zehn Mark für Handangeln und Reusen mit Flügeln und Senken, 30 Mark für Handangeln, Reusen, Senken und Zugnetz. Bei dem starken Interesse am Angelsport sorgte der letzte Friesoyther Amtshauptmann Dr. Kurt Hartong 1933 dafür, dass der Pachtvertrag mit der Wasseracht um zwölf Jahre verlängert wurde. Auch später wurde die Pachtzeit stets verlängert.


Die von 1933 bekannte so genannte „Gleichschaltung“ führte dazu, dass dem Gründungsvorsitzenden Georg Glup der Zahnarzt Dr. Fritz Landgraf folgte. Dieser brachte den Verein durch schwierige Jahre. In der ersten Mitgliederversammlung nach dem 2. Weltkrieg, die am 2. Juni 1946 stattfand, bestätigten die Petrijünger einmütig Landgraf als ersten Vorsitzenden. Als er im 83. Lebensjahr nicht wieder für den Vorsitz kandidierte, wählten ihn die inzwischen 335 Mitglieder am 15. Dezember 1963 zum Ehrenvorsitzenden. Neuer Vorsitzender würde der Friesoyther Kaufmann Anton Warnken.

Der Fischereiverein erlebte einen raschen Anstieg der Mitgliederzahlen. Das führte Anfang 1971 dazu, dass die Satzung geändert wurde und für die einzelnen Orte Sportanglergruppen gebildet wurden. Diese entsenden seitdem nach einem bestimmten Schlüssel Vertreter in die Mitgliederversammlung. Bei seinem 50-jährigen Bestehen 1977 zählte der Verein 1258 erwachsene Mitglieder und 399 Jungangler. Anton Warnken starb am 20. Januar 1990. Seine Nachfolge trat der Immobilienkaufmann Hartwig von Garrel an, der in der Vertreterversammlung 2007 nicht wieder kandidierte. Den Vorsitz hat seitdem der bisherige zweite Vorsitzende Peter Müller aus Neuscharrel.