FRIESOYTHE - „Das ist einfach nur Abzocke“, meint Alwin Schütte. Der 63-Jährige Barßeler muss volltanken: Super für 1,66 Euro pro Liter. Die Zahlen auf der Zapfsäule steigen rasend schnell, mit jedem Liter springt die Preisanzeige höher. „Bei jeder Krise meint die Ölindustrie, die Preise könnten angehoben werden“, ärgert sich Schütte. Doch auf das Auto können er und seine Frau nicht verzichten.
Mit seinem Ärger ist Alwin Schütte derzeit nicht allein. An Friesoythes Tankstellen kommen zwar trotz der anhaltend hohen Spritpreise die Autofahrer zum Tanken. Allerdings sind sich alle einig : Die Preise sind derzeit zu hoch.
Mobilität eingeschränkt
„Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo ein Liter Benzin 70 Pfennig gekostet hat“, weiß Feli Großhans. Die 54-Jährige Barßelerin sieht auf lange Sicht keine Verbesserung der Preislage bei Diesel, Super und Co. „Mein Wagen ist ein richtiger Spritfresser und auf lange Sicht schränkt es einen in Möglichkeiten der Freizeitgestaltung ein, wenn man so viel Geld für Mobilität ausgeben muss“, sagt Großhans.
Nicht nur im Freizeitverhalten sehen sich die Fahrer derzeit eingeschränkt. Auch für viele Berufstätige wird die Fahrt zur Tankstelle immer unangenehmer.
„Ich kann nicht weniger tanken, denn ich muss jeden Tag 90 Kilometer Arbeitsweg zurücklegen“, so Jens Wilhelm. Der Oldenburger muss daher wöchentlich tanken. Wie auch Maxim Schneider, der inzwischen über 200 Euro Spritkosten im Monat zu bewältigen hat. „Ich bin auch als Finanzversicherungskaufmann aufs Auto angewiesen“, so der 21-jährige Friesoyther.
Ähnlich geht es Jörg Harms (19) aus Börger, Angestellter in einem Transportunternehmen. Er hat keine andere Wahl, als regelmäßig vollzutanken.
Weniger ist keine Option
Eines hat die Umfrage klar gezeigt: Weniger zu tanken ist für viele Bürger im Nordkreis keine realistische Option. „Ich versuche, weniger Auto zu fahren, aber es klappt einfach nicht“, so der Friesoyther Alexander Stang.
Die Wut über die Spritpreise bekommen die Mitarbeiter an den Tankstellen im Nordkreis aber kaum zu spüren. „Die Kunden wissen halt, dass wir nur wenig Einfluss auf die Preise an der Zapfsäule haben“, sagt zum Beispiel Claudia Benkens, Pächterin der Friesoyther Esso-Tankstelle am Grünen Hof.
