FRIESOYTHE/WESTERSTEDE - Die Themen „Wasserkraft“ und „regenerative Energien“ standen im Mittelpunkt. Auch der Bürgermeister stellte sich den Fragen.

von thomas Haselier

FRIESOYTHE/WESTERSTEDE - Praxisnäher geht es kaum: Schülerinnen und Schüler der Europaschule Gymnasium Westerstede und des polnisches Partnergymnasiums Zespol Szkol aus Breslau haben sich in Friesoythe in der Alten Wassermühle über die Reaktivierung der Wasserkraftanlage informiert. Das Treffen ist Teil des Projektes „Umwelt baut Brücken – Jugendliche im Europäischen Dialolg“. Es wird begleitet und betreut vom Aachener Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfverfahren (IZOP), das hier auch bekannt ist durch seine Gestaltung des NWZ -Projektes „Zeitung in der Schule“ (ZiSch).

Die Schülerinnen und Schüler hatten in Friesoythe die Gelegenheit, in verschiedenen Rechercheteams Hintergründe über die Bedeutung der Wasserkraft in Friesoythe zu erfahren. Dabei standen ihnen unter anderem Bürgermeister Johann Wimberg oder auch Mühlenvereinsvorsitzender Hans Kramer als Gesprächspartner zur Verfügung. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen etwa nach dem Sinn und Zweck von Informationszentren für regenerative Energien und umweltrelevante Aspekte bei der Reaktivierung der Friesoyther Wasserkraftanlage. Dabei spielten auch kritische Aspekte wie etwa möglicher Lärm und damit fehlende Akzeptanz der Anlage in der Bevölkerung eine Rolle. Thema waren aber auch Grundsatzfragen wie die Auswirkungen der heutigen Energieerzeugung auf Klima und Umwelt oder auch Zukunftsperspektiven der Energieversorgung im 21. Jahrhundert. Bürgermeister Wimberg wies gegenüber den Schülern auf die Bedeutung regenerativer Energien wie Windkraft oder Biogas für Friesoythe hin.

Die polnischen und Westersteder Schülerinnen und Schüler zeigten sich begeistert von dieser praktischen Unterrichtsform. Barrieren zwischen den beiden Nationalitäten habe es kaum gegeben, was unter anderem auch darauf zurückzuführen ist, dass die meisten der jungen Polen die deutsche Sprache gut bis perfekt beherrschen, schilderten die Westersteder Projektlehrer Klaus-Peter Mensing und Michael Timpe sowie deren polnische Kolleginen Magda Romanowska und Sabine Richter den problemlosen Kontakt. Dies habe hzu einem sehr produktiven Arbeitsklima geführt, das seinen Ausdruck auch in der Planung und Gestaltung zweier Zeitungsseiten finden soll, die sowohl bei der NWZ in Deutschland als auch bei der polnischen Tageszeitung in Breslau erscheinen werden. Dabei sollen auch sämtliche journalistischen Gestaltungsformen von der Reportage bis zum Kommentar Berücksichtigung finden, erläuterten die Schüler nach ihren Friesoyther Recherchen.

Im März nächsten Jahres ist ein Gegenbesuch der Westersteder Gymnasiasten in Breslau geplant. In einem mehrtägigen Workshop soll der Besuch vorbereitet werden. „Wir freuen uns schon jetzt auf den Besuch aus Deutschland, denn wir haben hier viele Freunde gefunden“, sagte stellvertretend für seine Mitschüler Mateuz Kazula am Ende eines informativen und unterhaltsamen Tages.