FRIESOYTHE - Betriebselektriker bei Kamps in Garrel und selbständiger Unternehmer in Bösel – Josef Wielenberg leistet wahrlich Erstaunliches.

von thomas haselier

FRIESOYTHE - Manchmal wundert sich Josef Wielenberg über sich selbst. Das kann er mit Fug und Recht: Denn was der 52-Jährige in Bösel geschafft hat, verdient größte Anerkennung. Zusammen mit seinem Sohn Stefan, dem Angestellten Frank Kossors und mit der Unterstützung seiner Frau Hanna hat Wielenberg im Gewerbegebiet Sandwitten eine rund 1600 Quadratmeter große Doppelhalle gebaut, in der u. a. Stahlzäune, Rankhilfen, Tore und Geländer produziert werden. Das allein wäre ja schon bemerkenswert, doch noch erstaunlicher ist, dass Wielenberg hauptberuflich weiter als Betriebselektriker beim Brotproduzenten Kamps in Garrel beschäftigt ist.

„Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um das so durchzuziehen, aber anders hätte ich meinen Traum vom eigenen Unternehmen nicht verwirklichen können“, gesteht Wielenberg, der meistens auf deutlich mehr als zehn Stunden Arbeitszeit pro Tag kommt.

Begonnen hatte alles in einer Doppelgarage, in der Wielenberg Rankhilfen produzierte. Dann überraschte ihn die Nachfrage, und er musste handeln. Im Schwarzwald stand die Doppelhalle zum Verkauf. Eigenhändig baute er sie ab, transportierte die Bauteile nach Bösel und baute die Halle zusammen mit Sohn Stefan Stück für Stück wieder auf. 250 000 Euro ließ sich der 52-Jährige den neuen Produktionsort kosten – ein Spottpreis für das, was da im Gewerbegebiet entstanden ist. Ähnlich verfuhr der „Selfmademan“ bei der Ausstattung. Im Internet beschaffte er sich einen großen Ofen, um pulverbeschichteten verzinkten Stahl erhitzen zu können. Auf gleiche Weise kam er auch an eine Pulverbeschichtungsanlage, unabdingbares Produktionsgerät etwa für die Herstellung von kunstvollen Geländern mit Handläufen.

„Jetzt müssen wir nur sehen, dass wir auch noch den Rest wie beispielsweise die äußere Gestaltung des Grundstückes fertigbekommen. Die Mittel dafür muss der Betrieb nun erwirtschaften“, hat sich Wielenberg bereits die nächsten Ziele gesetzt. Er hofft, mit einem Tag der offenen Tür seine neue Produktionsstätte „irgendwann im nächsten Jahr“ vorstellen zu können. Erst aber müsse alles wirklich fertig sein.


Klar für ihn ist auch, dass er geschäftlich nicht lokal begrenzt sein will. „Inzwischen haben wir Anfragen von überall aus der Region, zumal einige meiner Produkte auch patentiert sind“, hofft Wielenberg auf weiteren unternehmerischen Erfolg.

Die Aussichten dafür sind blendend. Wer bei einem wie Wielenberg etwas bestellt, kann sicher sein, dass er das auch wie vereinbart erhält, und zwar so, wie das sonst wohl kaum zu bekommen ist.