FRIESOYTHE - FRIESOYTHE - Der Stundenlohn für einen Maurergesellen bewegte sich damals mit 80 Pfennig noch in überschaubarer Größe. Maurermeister Leo Meyer aus Friesoythe erinnert sich gut an diese Zeit des Aufbruchs nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals errichtete sein Vater Heinrich für die Witwe Maria Geide am Langenbersgweg 2 ein Behelfswohnheim in der fast völlig zerstörten Stadt. Seitdem pflegt die Familie Geide/Brunken ein so enges Vertrauensverhältnis zum Bauunternehmen Meyer, dass jetzt das dritte Haus von der dritten Generation Meyer für die dritte Generation Geide/Brunken gebaut wird.
Maria Geide, deren Mann im Krieg vermisst wird, zog 1945 mit ihren Töchtern Doris und Waltraud in das Behelfswohnheim. 1957 wurde es dort zu eng. Wieder trat Bauunternehmer Meyer auf den Plan. Inzwischen führte Heinrichs Sohn Leo die Firma, die sein Vater vor mehr als 100 Jahren gründete. Mit sieben Gesellen und Lehrlingen rückte Meyers Kolonne am Langenbergsweg an. Nach acht Wochen war der Rohbau für das Einfamilienwohnhaus fertig. Leo Meyer: „Damals wurde der Mörtel mit dem Vogel auf das Gerüst getragen.“ „Vogel“ nennen Bauarbeiter die Transportkiste für Baustoff, die geschultert getragen wurde.
In der Zeit des beginnenden Wirtschaftswunders stiegen in den 1950er Jahren auch die Löhne für Bauarbeiter und Unternehmer. Leo Meyer: „Der Unternehmerlohn betrug 1950 etwa 1,95 DM pro Stunde. Für ein Einfamilienwohnhaus musste der Bauherr zwischen 6000 und 10 000 DM hinblättern.“
Heute leben in dem Haus am Langenbergsweg Waltraud Brunken (62), geborene Geide, und ihr Ehemann Günther (61). Waltrauds Mutter Maria ist vor fünf Jahren verstorben, ihre Schwester Doris starb im Jahr 2004. 20 Jahre nach dem Bau ihres Hauses rückte 1977 Leo Meyer erneut an und baute um. Um für die größer werdende Familie Brunken mehr Platz zu schaffen, wurde das Haus aufgestockt. Waltraud Brunken: „Wir konnten uns bei Meyer immer auf eine gute Arbeit verlassen. Darum haben wir nie die Firma gewechselt. Das ist eine Vertrauenssache.“
Jetzt ist die dritte Generation am Ruder: Junior Jens Brunken (37) benötigt mehr Raum für seine Familie mit Ehefrau Gabriele sowie den drei Kindern. So entsteht jetzt im großen Garten seines Elternhauses ein neuen Wohnhaus. Unterdessen hat auch beim Bauunternehmen Meyer der Stabwechsel stattgefunden. Das Zepter in der Hand hält dort jetzt Matthias Meyer. Vater Leo geht ihm und den vier Mitarbeitern jedoch noch gerne zur Hand.
Die Bauarbeiten am neuen Brunken-Haus sind fast abgeschlossen. Sie gehen zügiger voran als noch vor 50 Jahren. Matthias Meyer: „Gott sei Dank gibt es jetzt moderne Maschinen, die die Arbeit auf der Baustelle ganz erheblich erleichtern.“ Steine und Mörtel laufen über das Förderband auf das Gerüst. Der „Vogel“ hat längst ausgedient.
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