FRIESOYTHE - Die drei Zeitarbeitsfirmen ATS, Nordkreis und Perso-Plankontor stellen sich auch heute in der Friesoyther Arbeitsagentur vor. Die Veranstaltungen beginnen um 8 Uhr.
Von Hans-Carl Bokelmann
FRIESOYTHE - „Ich habe eine Ausbildung, ein gutes Zeugnis, bin mobil und tageslichttauglich. Warum bekomme ich kein Stellenangebot?“ Franka Bollmann aus Barßel, gelernte Rechtsanwalts- und Notargehilfin, steht in der Friesoyther Agentur für Arbeit und ärgert sich.Die 20-Jährige kommt gerade aus einer Informationsveranstaltung zum Thema Zeitarbeit, hat dort erfahren, dass jede Menge Fachkräfte gesucht werden, und versteht die Welt nicht mehr. Vor vier Wochen hat sich Bollmann arbeitslos gemeldet, hat mehr als 50 Bewerbungen geschrieben, wartet aber immer noch auf eine adäquate Stelle und hält sich derzeit mit einem Job in einem Call-Center in Oldenburg über Wasser.
Günter Jans, Vertriebsleiter der Zeitarbeitsfirma Perso-Plancontor aus Lastrup, macht der Barßelerin Mut. „Mailen Sie mir doch mal ihre Bewerbung zu. Ich werde mich am Montag direkt darum kümmern.“ Perso-Plancontor ist eine von drei Zeitarbeitsfirmen, die sich bis heute in der Friesoythe Agentur für Arbeit vorstellen. Das Unternehmen arbeitet im 10. Jahr, hat mehr als 400 Mitarbeiter und befindet sich nach Angaben von Jans’ auf Expansionskurs. Neben dem Sitz in Lastrup sind in Hannover Leipzig und Berlin weitere Geschäftsstellen ansässig.
Dass Zeitarbeit für viele ein „rotes Tuch“ ist, weiß Michael Kellermann, Vertriebsdisponent bei Perso-Plankontor, der das Problem Lohndumping offensiv anspricht. Dennoch begreift Kellermann die Zeitarbeit eher als Chance für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. „Wir vermitteln Arbeitskräfte vom Produktionshelfer bis zum Ingenieur. 90 Prozent unserer Arbeitskräfte sind bei uns unbefristet eingestellt“, betont er.
Dass sich die Zeitarbeit in den vergangenen Jahren enorm stark entwickelt hat, erläutert auch Werner Tegen, Leiter der Agentur für Arbeit in Friesoythe. Er sieht in der Zeitarbeit durchaus neue Chancen, Arbeitsplätze schnell und flexibel zu vermitteln. Und so freut ihn die starke Resonanz auf die Jobmesse an der Thüler Straße.
Tegen gibt Franka Bollmann aus Barßel den Tipp, ihre Bewerbungsstrategie noch einmal zu überprüfen. „Haben Sie sich schon einmal persönlich bei einem potenziellen Arbeitgeber vorgestellt?“ Bollmann verneint. Aus ihrer Sicht war der Besuch der Friesoyther Jobmesse nicht nur informativ und interessant. Sie hofft, dass sie schon bald eine Chance erhält, ihre Fähigkeiten im Beruf unter Beweis stellen zu können.
