FRIESOYTHE - Ob Aal, Forelle, Lachs oder Goldbarsch – welchen Fisch man auch haben möchte, Karl-Heinz Dick fischt ihn sprichwörtlich aus dem Eis in seinem Marktstand der Firma „Fischkost Karl Kramer“ aus Holtland. „Wir sind seit dem ersten Friesoyther Wochenmarkt dabei“, sagt Karl Kramer.

Zusammen mit Lydia Schmidt kommt Karl-Heinz Dick jeden Freitag auf den Wochenmarkt in Friesoythe. Der 60-Jährige ist schon lange im Geschäft: „Seit 25 Jahren komme ich zum Markt.“ Viel verändert habe sich in der langen Zeit nicht, „aber es wird seit der Euro-Umstellung weniger gekauft“, sagt Dick. Dennoch gehöre für viele immer noch der Fisch zum Freitag – und den gibt es hier reichlich.

Gut 150 Kilogramm Fisch sind an Bord. Morgens wird geladen, zwischen vier und fünf Uhr. Karl-Heinz Dick erzählt: „Der Wecker klingelt um 3.15 Uhr.“ Dann heißt es anziehen, fertig machen und ab in die Halle. Als erstes werden 80 bis 100 Kilogramm Eis im Wagen verteilt, damit die Ware bei Null Grad Celsius gekühlt wird und frisch bleibt. Dann kommt der Fisch hinzu. Getrennt nach Sorten, auch wenn das für Karl-Heinz Dick nicht nötig wäre, er erkennt jeden Fisch sofort – „Das ist ein Lachs, das Fleisch ist rötlicher als bei anderen Fischen“, erklärt Karl-Heinz Dick, während er einen riesigen Fisch hochhält.

Viele sprechen Plattdeutsch

Lydia Schmidt bedient derweil die nächsten Kunden. Wer nicht aus der Region kommt, versteht sie in diesem Moment aber nicht. Lydia Schmidt spricht Plattdeutsch – das kommt ihr auf dem Wochenmarkt zugute. „Viele Kunden sprechen noch platt, so kommt man schnell ins Gespräch“, sagt die 46-Jährige. Sie ist seit zehn Jahren dabei: „Auch wenn es im Winter manchmal etwas kalt ist, will ich die Arbeit auf den Wochenmärkten nicht missen“, erzählt die 46-Jährige. Auch das frühe Aufstehen und die langen Arbeitstage stören sie nicht. „Zwischen 14 und 16 Uhr bin ich meistens zu Hause“, so die Verkäuferin.


Bei der Frage, was das Verkaufen auf dem Wochenmarkt so besonders macht, müssen beide nicht lange zögern: „Die Atmosphäre“, sind sie sich einig.

„Und man bleibt fit im Kopf“, ergänzt Karl-Heinz Dick. Schließlich kann der 60-Jährige alle Verkaufsnummern der Fische auswendig – das hilft beim schnellen kassieren.

Außerdem loben die beiden den großen Zusammenhalt unter den Marktbeschickern und die Kommunikation mit den Kunden – eben auch auf Plattdeutsch.

Im Angebot haben die beiden alles, was Fischesser gerne mögen: Bis zu zwölf Filetsorten von Rotbarsch bis Seelachs, außerdem Forellen, Plattfische, Räucherfisch, Matjes, Seezunge, Backfisch, Granat und Muscheln.

Pangasius ist sehr beliebt

Karl-Heinz Dick sagt: „Wenn jemand einen bestimmten Fisch benötigt, dann versuchen wir diesen auch innerhalb einer Woche zu besorgen.“ Das beliebteste Filet sei Pangasius. „Das ist fast komplett grätenfrei, muss aber stark gewürzt werden, dann ist der Fisch besonders lecker“, erklärt Lydia Schmidt. Für den Friesoyther Markt wünschen sich beide eine Belebung: „Mehr Stände wären gut, zum Beispiel ein Olivenstand, als es den noch gab, kamen mehr Menschen zum Markt“, so Karl-Heinz Dick.