Elsfleth - Er sieht aus wie ein überdimensionierter Kühlschrank. Karina Reimers wirft Geld in einen Schlitz, öffnet eine Klappe, hält eine leere Glasflasche unter einen Hahn und drückt auf einen Knopf – und schon sprudelt die Milch. Einfacher geht es nicht.

„Wir kaufen gerne regionale und möglichst unbehandelte Produkte“, erklärt Karina Reimers, warum sie zu den ersten Kunden gehört, die sich am neuen Milchautomaten von Bettina und Frank Sager bedienen. Das Angebot findet sie super, jetzt muss die Milch nur noch im Geschmack überzeugen, damit sie wiederkommt.

Darüber macht sich das Ehepaar Sager aber keine Sorgen. Sie sind davon überzeugt, dass ihre Milch schmeckt und nahrhaft ist und die Kunden, die einmal da waren, dauerhaft überzeugen wird. Denn: Die Milch, die aus dem Automaten gezapft werden kann, könnte frischer nicht sein. „Es handelt sich um unbehandelte Rohmilch, so wie sie aus der Kuh kommt“, erklärt Frank Sager.

Der Fettgehalt liege bei rund vier Prozent und der Automat werde täglich neu befüllt. „Der Automat wird immer gespült und gereinigt, bevor die frische Milch vom Tag eingefüllt wird“, erklärt Bettina Sager, während sie in der Küche einen Cappuccino aus ihrer Hofmilch zubereitet. Der Automat sei vom Veterinär- und Gesundheitsamt abgenommen worden und könne seit einigen Tagen auf dem Hof der Familie, Deichstücken 34 in Elsfleth, angesteuert werden.

„Am Wochenende waren schon viele Leute hier, die den Milchautomaten bei einem kleinen Ausflug angesteuert haben. Das war schön“, sagt Bettina Sager, die nichts gegen Kunden hat, die sich von dem Milchviehbetrieb, der von der Familie bereits in dritter Generation geführt wird, gerne einen Eindruck verschaffen wollen.


Wird die Milch am Automaten nicht vollständig verkauft, wird der Rest an die Kälber verfüttert. 100 Kühe werden auf dem Hof täglich gemolken. Die Milch wird gut gekühlt am Automaten angeboten. Wer will, kann sich selbst Flaschen mitbringen. Es werden aber auch welche zum Verkauf angeboten, so Bettina Sager. In den Sommermonaten empfiehlt sie den Kunden, die Milch in einer Kühltasche nach Hause zu transportieren, um die Kühlkette nicht zu unterbrechen.

Die Milch kann in dem kameraüberwachten Holzhäuschen übrigens an sieben Tagen die Woche zu jeder Tages- und Nachtzeit gekauft werden – der Automat spendet immer Milch. Natürlich wollen die Landwirte einerseits Verbraucher von „diesem hochwertigen Lebensmittel“ überzeugen. Schließlich schmecke Rohmilch ganz anders als behandelte Milch aus dem Supermarkt.

„Aber in erster Linie wollen wir unsere Milch gut vermarkten und damit wirtschaften können“, sagt Bettina Sager. „Und das wird bei den aktuellen Milchpreisen immer schwerer“, fügt ihr Mann hinzu. Deshalb will die Familie neue Wege gehen – der Automat ist einer davon. Bettina Sager: „Und die Milch kostet hier nicht mehr als im Supermarkt.“

Wer Fragen zum neuen Milchautomat in Elsfleth hat, kann sich unter t  04404/2178 melden.

Anja Biewald
Anja Biewald Redaktion Oldenburg