Cuxhaven/Wolfsburg - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zeigt sich sehr erleichtert, dass der Machtkampf bei VW mit dem zurückgetretenen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch beendet worden ist. „Es war eine schädliche Diskussion“, betont Weil, der zugleich Mitglied im Konzernaufsichtsrat ist, im Interview mit der NWZ . „Die in den vergangenen zwei Wochen entstandene Situation war so nicht mehr fortführbar. Im Präsidium waren wir uns einig, dass eine Zusammenarbeit im wechselseitigen Vertrauen nicht mehr möglich war. Herr Piëch hat die Konsequenzen gezogen. Dafür hat er meinen Respekt“, ergänzt der Ministerpräsident. „Die wechselseitige Blockade musste aufgehoben werden.“ Beschäftigte hätten die Lage immer mehr als „unerträglich empfunden“.

Im Konzern könne die normale Arbeit weitergehen, versichert Weil. Vor der Hauptversammlung am 5. Mai werde es „keine weiteren Entscheidungen geben“. Im Übrigen habe sich das Präsidium vorgenommen, „die Frage des Aufsichtsratsvorsitzes ruhig anzugehen“. Ob Piëch seine Anteile an VW behalte, sei allein Sache des Aktionärs, betont Weil: „Aber generell wünsche ich mir, dass nach einer gewissen Zeit Ferdinand Piëch seinen Rat dem Unternehmen wieder zur Verfügung stellt.“