Dötlingen - 332 von insgesamt 800 Fragebogen sind als Rückläufer der Umfrage zum Projekt „Leben und Wohnen im Alter in der Gemeinde Dötlingen“ eingegangen. „Eine sehr hohe Anzahl“, wie Projektleiter Jascha Rohr, Geschäftsführer des Institutes für Partizipatives Gestalten (IPG), erklärte. Im Allgemeinen rechne man nur mit einem Rücklauf um zehn Prozent, so Rohr. Die Verteilung erfolgte über die Projektteilnehmer, Ratsmitglieder, aber auch die Bezirksvorsteher.
Zusammen mit Bürgermeister Heino Pauka und Amtsleiterin Elke Brunotte stellte Rohr die Ergebnisse der Umfrageaktion vor. „Beantwortet wurden die Fragen vorwiegend durch ältere Menschen“, so der Projektleiter. Das Durchschnittsalter betrug 71,3 Jahre. Der jüngste Befragter war 25 Jahre alt, der älteste 97 Jahre. 44 Prozent der Be-fragten waren männlich. 56 Prozent weiblich. Jeweils 26 Prozent der Antworten stammten aus den Hauptwohnorten Dötlingen und Neerstedt.
Gefragt wurde in drei Hauptkategorien nach „Generellen Hilfsangeboten“, der „Wohnsituation“ und der „Mobilität“ sowie persönlichen Angaben, die aber allesamt anonym erfolgten, wie Bürgermeister Pauka betonte.
„Die wichtigste Botschaft aus der Umfrage ist, dass den Bürgern so gut wie gar nichts über Hilfsangebote bekannt ist“, so Rohr. Dahinter verbarg sich die erste Frage des Bogens nach dem Bekanntheitsgrad und der Nutzung von Dienstleistungen.
Auch die Beantwortung der zweiten Frage, nach der Zufriedenheit, war in diesem Sinne nicht weiter erstaunlich. Das Gros gab an, keine Verbesserung bei den Angeboten zu benötigten. Rohr: „Ein Punkt, der in der Projektgruppe für Irritierung sorgte, denn die meisten Teilnehmer fragten sich, was man denn jetzt eigentlich hier mache?“
Die Antworten zeigten auch, dass viele Defizite bei der Kommunikation und Vernetzung hinsichtlich der bereits bestehenden Angebote aufzuarbeiten sind und mehr auf die Gemeinschaft und entsprechende Angebote Wert gelegt werden muss. Daneben sind die Wohnformen von immenser Bedeutung.
„Mich überrascht dieses Ergebnis nicht“, erklärte Pauka. „Wer auf dem Land lebt, weiß, dass er sich selber helfen muss. Gleichwohl ist klar, dass eine Welle auf uns zurollt, wenn wir nichts unternehmen. Ich bin froh, dass wir angefangen haben.“ Im Rathaus sind bereits die Weichen zu dem zentralen Thema Wohnen im Alter gestellt. Elke Brunotte erhält durch Ute Vogt an einem Tag in der Woche Unterstützung, um die Belange Älterer abzuarbeiten.
Jascha Rohr ergänzend: „Wir sind früh mit der Planung dran. Dafür wird Dötlingen schon in fünf bis sechs Jahren beneidet werden.“ Die Projektgruppe wird zum Ende des Jahres so weit sein, ein Konzept zum Punkt Nachbarschaftshilfe vorlegen zu können. Rohr: „Damit können wir 2014 als Pilotprojekt starten.“
