Oldenburg/Vechta/Emden - Frühjahrsaufschwung am regionalen Arbeitsmarkt: Beflügelt von den positiven Konjunkturerwartungen vieler Unternehmen ist die Zahl der Erwerbslosen im Nordwesten im März wieder unter die Marke von 60 000 gerutscht. Insgesamt waren im Oldenburger Land und Ostfriesland 57 489 Menschen arbeitslos gemeldet, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen der regionalen Arbeitsagenturen hervorgeht. Das waren 3307 weniger als im Februar, aber 1087 mehr als vor einem Jahr.
„Der März brachte den erwarteten Rückgang der Arbeitslosigkeit“, meinte Berndt Wozniak, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven. „Vor allem im Garten- und Landschaftsbau sowie in der Tourismusbrache kam es zu Wiedereinstellungen von zuvor freigesetzten Arbeitskräften.“ Wozniak zeigte sich angesichts der günstigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen optimistisch, dass die Arbeitslosenzahlen in Kürze auch wieder unter die entsprechenden Vorjahreswerte fallen.
Im Oldenburger Land ging die Zahl der Arbeitslosen im März gegenüber dem Vormonat um 1833 auf 38 407 zurück, wie aus den Zahlen der Arbeitsagenturen Oldenburg-Wilhelmshaven und Vechta hervorgeht. Das waren zugleich 823 mehr als vor einem Jahr.
In Ostfriesland sank die Erwerbslosenzahl um 1474 auf 19 082, wie die Arbeitsagentur Emden-Leer mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Anstieg um 264. „Die Chancen von Arbeitslosen sind mit Beginn des Frühjahres gestiegen“, bilanzierte Rudolf Sievers, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Emden-Leer.
Auch niedersachsenweit verlief die Entwicklung im März sehr positiv. Die Zahl der Arbeitslosen sank gegenüber dem Vormonat um 3,7 Prozent auf 278 893, wie die Bundesagentur für Arbeit in Hannover mitteilte. Die Arbeitslosenquote ging auf 6,8 Prozent (Vormonat: 7,0 Prozent) zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 6,9 Prozent. „Die Arbeitslosenzahl ist im März erstmals seit einem halben Jahr auf das Niveau des Vorjahres gesunken, sogar knapp darunter“, sagte Klaus Oks, Geschäftsführer Grundsicherung der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen.
Regional verlief die Entwicklung am Arbeitsmarkt keineswegs einheitlich. Zwar ging in allen Landkreisen und kreisfreien Städten die Erwerblosenzahl im März gegenüber dem Februar zurück. Besonders stark vom Frühjahrsaufschwung profitierten jedoch Regionen, in denen witterungs- und saisonabhängige Branchen, wie der Tourismus und die sogenannten grünen Berufe, eine große Rolle spielen. So ging etwa im Kreis Wittmund die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Februar um 13,5 Prozent und im Ammerland um 13,4 Prozent zurück.
Mit einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent im März (Vormonat; 4,3 Prozent) liegt der Landkreis Vechta niedersachsenweit gleichauf mit dem Landkreis Osnabrück auf Rang zwei. Spitzenreiter bleibt das Emsland (3,7 Prozent).
