Oldenburg/Vechta/Emden - Im Mai hat sich am Arbeitsmarkt des Nordwestens der Frühling gezeigt – aber nicht in dem Ausmaß, wie es Optimisten vielleicht erwartet hatten. Die Zahl der Arbeitslosen im Oldenburger Land und Ostfriesland sank im Mai gegenüber April nur um 1329 auf 51 990. Maßgeblich trugen Witterungseinflüsse – etwa im Tourismus und in den „grünen Branchen“ – dazu bei.
Der Schwung reichte aber, wie bereits in den Vormonaten, nicht aus, um die Arbeitslosenzahl unter das Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats zu drücken. Im Gegenteil: Im Mai war die Zahl bei den Agenturen für Arbeit in Oldenburg/Wilhelmshaven, Vechta und Emden/Leer um 2564 höher als vor einem Jahr, wie die am Mittwoch vorgelegten Monatsberichte zeigen.
Konkret ging die Arbeitslosenzahl im Mai im Oldenburger Land um 567 gegenüber dem Vormonat zurück, sie stieg aber im Jahresvergleich um 1254. In Ostfriesland mit seinem stark saisongeprägten Arbeitsmarkt gab es im Mai einen Rückgang gegenüber April um 762. Doch zugleich wurden 1308 mehr Arbeitslose als vor einem Jahr gezählt.
Auch in Niedersachsen insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen (267 016) im Mai gegenüber April leicht (um 5196) zurückgegangen, die übliche Frühjahrsbelebung blieb aber schwach. Die Arbeitslosenquote sank von 6,7 Prozent im Vormonat auf 6,5 Prozent, wie die Arbeitsagentur mitteilte. Im Mai vergangenen Jahres hatte die Quote noch bei 6,4 Prozent gelegen.
Vor allem im Bau zog die Beschäftigung nicht wie erwartet an, im Maschinenbau und der Metallbranche zeigten sich negative Tendenzen. Die Zahl offener Stellen schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent. Die Beschäftigungslage sei aber weiterhin auf einem relativ hohen Niveau stabil.
Konjunkturelle Impulse für den Arbeitsmarkt habe es im Mai kaum gegeben, der erwartete Aufschwung nach dem kalten Winter sei ausgeblieben, sagte der Chef der Arbeitsagentur in Niedersachsen und Bremen, Klaus Stietenroth.
Bemerkenswert sind die regionalen Unterschiede – auch innerhalb des Nordwestens. Die Spanne bei der Arbeitslosenquote reichte von 3,5 Prozent im Emsland bis 12,5 Prozent in der Stadt Wilhelmshaven.
Gutes Zeichen für die Jüngeren: Stärker als im Durchschnitt war der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen. Die Quote bei dieser „Jugendarbeitslosigkeit sank auf 5,5 Prozent nach 5,8 Prozent“ im Vormonat. Im Mai 2012 hatte sie noch bei 5,2 Prozent gelegen.
Als Warnsignal wertete der DGB-Landesvorsitzende Hartmut Tölle, dass im ersten Quartal rund 6000 junge Menschen nach der Ausbildung von ihren Betrieben nicht übernommen wurden. Tölle appellierte an die Betriebe, dieses Potenzial gut ausgebildeter Fachkräfte nicht ungenutzt zu lassen.
Im Land Bremen sank die Arbeitslosenquote im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozentpunkte auf 11,1 Prozent. 37 695 Menschen waren ohne Arbeit, 665 weniger als im April.
