Oldenburg/Vechta/Emden - Der Frühling hat dem Arbeitsmarkt im Nordwesten den saisontypischen Schub verpasst. Die Zahl der Erwerbslosen ging im Oldenburger Land und Ostfriesland im März gegenüber Februar um 2751 auf 53 864 zurück. Das ging aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen der regionalen Arbeitsagenturen hervor. Das waren zudem 1653 weniger als vor einem Jahr.

„Die Arbeitslosigkeit geht im März zurück, und zwar in einem saisontypischen Umfang“, sagte Ulrich Thies, stellvertretender Leiter der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven. „Wir hatten im Februar mehr Neueinstellungen als in diesem Monat üblich verzeichnet, hier wurden aufgrund des milden Wetters einige Stellenbesetzungen vorgezogen. Im März haben wir es vielfach mit Wiedereinstellungen in der Gastronomie, im Baugewerbe und im Garten- und Landschaftsbau zu tun“, sagte Thies.

Im Oldenburger Land waren nach Angaben der Arbeitsagenturen Oldenburg-Wilhelmshaven und Vechta 36 140 Arbeitslose registriert. Das waren 1315 weniger als im Februar und 1325 weniger als vor einem Jahr. In Ostfriesland sank die Zahl der Erwerbslosen gegenüber dem Vormonat um 1436 auf 17 724. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 328 Erwerbslose weniger, teilte die Arbeitsagentur Emden-Leer mit.

Auch niedersachsenweit lief der Jobmotor rund. Mit 260 610 Arbeitslosen waren im März 6845 Menschen oder 2,6 Prozent weniger ohne Job als im Februar. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,2 Prozent (Fe­bruar: 6,4 Prozent). „Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Beschäftigung wächst und die Personalnachfrage bewegt sich auf hohem Niveau“, sagte Klaus Oks, Manager der Bundesagentur für Arbeit in Niedersachsen und Bremen in Hannover. Allerdings sei die Belebung wegen der kühlen Witterung und des Flüchtlingszuzugs etwas geringer als erwartet ausgefallen.

Nach Angaben der Agentur drängen nun allmählich die ersten Flüchtlinge mit abgeschlossenem Asylverfahren auf den Arbeitsmarkt. „Diese Gruppe wird in den kommenden Monaten spürbar wachsen“, sagte Oks. Die Zeit für deren Integration in den Arbeitsmarkt sei so günstig wie nie, da der Arbeitsmarkt aufnahmefähig sei, erklärte er. „Die Herausforderung besteht aber darin, die zugezogenen Menschen für den hiesigen Arbeitsmarkt fit zu machen“, sagte Oks. Nötig seien vor allem sprach- und berufsbezogene Qualifizierungen.


Im Nordwesten ging die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr fast flächendeckend zurück. Besonders deutlich fiel das Minus im Landkreis Wittmund (minus 12,2 Prozent) und im Emsland (minus 7,5 Prozent) aus. Einzig die Stadt Emden verzeichnete im März mit einem Plus von 8,9 Prozent deutlich mehr Arbeitslose als vor einem Jahr.

Mit einer Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent (Februar: 4,0 Prozent) weist der Landkreis Vechta niedersachsenweit den drittniedrigsten Wert auf. Einzig das Emsland (3,2 Prozent) und der Landkreis Osnabrück (3,8 Prozent) erreichen noch bessere Quoten. Am anderen Ende rangieren die Städte Wilhelmshaven (12,0 Prozent) und Delmenhorst (11,0 Prozent).

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft