Rodenkirchen - Füchse, weibliches Rehwild und Kormorane müssen stärker bejagt werden. Dagegen macht die Entwicklung bei Hasen und Fasanen den Jägern Sorgen. Das sagte Kreisjägermeister Eckard Busch, Abbehausen, bei der Mitgliederversammlung der Kreisjägerschaft in der Markthalle.
Die Hasenstrecke hat sich mit 3151 Tieren (plus 544 im Vergleich zum Jagdjahr 2011/12) zwar etwas erholt, liegt aber immer noch dramatisch unter dem Stand von 2007/08, als es mit 6742 Tieren mehr als doppelt so viele waren. 808 Tiere kamen im vergangenen Jagdjahr als Fallwild ums Leben.
Auch bei den Fasanen ist die Zahl der Abschüsse zurückgegangen: auf jetzt noch 482. Im Vorjahr waren es 509 gewesen, im Durchschnitt der Jagdjahre 2007/08 bis 2011/12 sogar 762. Diese Entwicklung gibt es nicht nur in der Wesermarsch, sondern in weiten Teilen Niedersachsens. Deshalb legt die Landesjägerschaft ein Programm auf, das die Ursachen des Rückgangs untersuchen soll. Als eine mögliche Erklärung gilt eine Seuche.
Mehr Fallwild
Beim Rehwild hat die Strecke dagegen zugenommen: Die Jäger zählten im vergangenen Jagdjahr 586 Tiere (plus 50 zum Vorjahr), davon 196 Tiere als Fallwild. Während bei den männlichen Tieren etwas weniger Tiere im Straßenverkehr ums Leben kamen, ist der Anteil bei den weiblichen Exemplaren auf jetzt 41 Prozent gestiegen. Weil diese hohe Zahl der Wildunfälle auch Autofahrer gefährdet, rief Eckard Busch die Jäger auf, Rehe – vor allem weibliche – an Wildwechselstellen stärker zu bejagen.
Auch Füchse müssten häufiger ins Visier genommen werden, denn die Strecke ist um vergangenen Jahr von 562 auf 480 zurückgegangen; sie liegt auch klar unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Auch 51 erlegte Kormorane seien zu wenig.
Die größte Strecke weisen die Rabenkrähen auf: 3396 sind im vergangenen Jagdjahr 2012/13 geschossen worden – 115 mehr als im Vorjahr, aber 78 weniger als im Durchschnitt der Jahre 2007/08 bis 2011/12.
Eine imposante Strecke bietet auch das Wassergeflügel. Ihr gehören 2010 Stockenten (minus 183), 275 Pfeifenten (minus 15), 145 Krickenten (plus 16), 998 Graugänse (plus 135), 401 Blässgänse (plus 118), 31 Nilgänse (plus 15) und 8 Saatgänse (unverändert) an. Vor 30 Jahren seien in der Wesermarsch insgesamt nur etwa 50 Gänse geschossen worden, erinnerte Busch.
1202 Ringeltauben
Eine erstaunliche Entwicklung gibt es auch bei den Ringeltauben: Im vergangenen Jagdjahr wurden 1202 geschossen, im Vorjahr 1100, aber im Durchschnitt der davor liegenden Jahre keine einzige.
