Berlin - Die Bundesvereinigung deutscher Fahrlehrerverbände (BVF) rechnet nach dem Start der Reform des Flensburger Verkehrssünden-Registers am 1. Mai mit bis zu 20 Prozent mehr Fällen von Führerscheinentzug in Deutschland. „Ich gehe davon aus, dass Autofahrern wegen der Reform häufiger der Führerschein entzogen wird. Wir rechnen jährlich mit 500 bis 1000 zusätzlichen Fällen“, erklärte Verbandschef Gerhard von Bressensdorf im NWZ -Gespräch. Bisher werde im Schnitt rund 5000 Autofahrern pro Jahr der Führerschein wegen Punkten entzogen.
„Jetzt dürften besonders Fahrer Schwierigkeiten bekommen, die schnell hintereinander Verstöße begehen. Viele werden überrascht sein, wie schnell der Führerschein weg ist“, so der Chef der Fahrlehrer-Vereinigungen. Es gehe vor allem um Vielfahrer: „Der klassische Fall ist doch, wenn jemand innerhalb von zweieinhalb Jahren vier Mal zwei Punkte erhält. Das ist ruckzuck passiert.“
Auf Autobahnen würden die Geschwindigkeitsbegrenzungen sehr häufig wechseln. „Da fragen sich viele: Gilt jetzt noch 80? Oder schon wieder 100 oder 120?“, fragt von Bressensdorf.
Am 1. Mai tritt die Reform des Registers in Kraft. Der Führerschein soll künftig schon bei acht statt wie bisher bei 18 Punkten entzogen werden. Allerdings wird es künftig nur noch drei Kategorien von Verkehrsvergehen geben, die je mit einem, zwei oder drei Punkten geahndet werden.
