Neerstedt/Dötlingen - Es ist ein ehrgeiziges Ziel. Am liebsten möchte die Genossenschaft „Wir helpt di“ bis Ende 2015 den Bauantrag für das Seniorenprojekt auf dem Prechtgrundstück zwischen Goldbergsweg und Zur Loh in Dötlingen beantragt und genehmigt haben. Damit könnte auf die kostenträchtige Verschärfung der Energieeinsparverordnung 2016 verzichtet werden, denn schon jetzt ist das Finanzvolumen für „Leben und Wohnen im Alter“ beachtlich. Rund 4,5 Millionen Euro weisen die Planer, die „Baupiloten“ aus Berlin, in einer ersten Kostenschätzung aus. „Fünf Millionen sind realistisch“, ergänzte Bauamtsleiter Uwe Kläner. Zusammen mit Bürgermeister Ralf Spille nahm er am Dienstagmittag im Neerstedter Rathaus das offizielle Exposé für das Projekt samt Dokumentation sämtlicher bisheriger Schritte und Pläne entgegen. Spille reichte einen Papierstapel gleich weiter: an Manfred Schwarz und Britta Puttkammer, den Vorstand der Genossenschaft „Wi helpt di“.
Den Auftrag der Gemeinde haben die Architekten aus Berlin nämlich mit der Übergabe am Dienstag erledigt. Die Kommune hatte die Entwurfsplanung finanziert, um das Demografie-Projekt „Leben und Wohnen im Alter“ anzuschieben. Nunmehr ist die Genossenschaft gefragt, die nächsten Schritte einzuleiten, um die ambitionierten Plänen unter dem Motto „Nicht allein, nicht ins Heim“ umzusetzen. Schwarz berichtet, dass die Genossenschaft auch die weiteren Schritte der Planung mit den Baupiloten gehen wolle, zudem mit weiteren Experten, so Energiefachmann Hans-Dieter Schmitz und Bauingenieur Jens Bakenhus.
„Wir müssen schauen, wie wir jetzt an finanzielle Mittel kommen“, so Schwarz. Positive Zeichen auf Unterstützung gebe es von der Leader-Gruppe ebenso wie ein mögliches Förderprogramm des Landes, für das das Pilotprojekt in Dötingen in Frage kommen könnte. Mit im Boot bleibt das Institut für partizipatives Gestalten (IPG) aus Huntlosen, am Dienstag durch Sonja Hörster vertreten.
Es soll zeitnah Verhandlungen über das Prechtgrundstück geben, das sich noch in Privatbesitz befindet. Nur so könne der gesamte Komplex beplant werden. Bürgermeister Spille betonte, dass die Genossenschaft eine Riesenaufgabe schultern wolle, dankte schon jetzt für das Engagement und wünschte den Beteiligten die nötige Kraft und Ausdauer für das Projekt.
Die erste Resonanz bei der Vorstellung der Pläne am 9. November sei „ausgesprochen gut gewesen“, berichtete Schwarz. Doch natürlich wollten die Interessierten mehr wissen, vor allem die Kosten. „Wir müssen so weit kommen, dass wir klar sagen können, wie viel es kostet.“ Parallel will die Gemeinde den Bebauungsplan anpacken und die Fläche für Wohnbebauung ausweisen.
