FüNFHAUSEN - Wer träumt nicht davon, die Koffer zu packen, einmal im Leben nach Venedig zu reisen. Fest im Programm steht dann meistens eine romantische Gondelfahrt auf dem Canale Grande samt schmachtend-singendem Gondoliere.
Einen Elsflether gibt es jedoch, für den wäre ein Ausflug in die italienische Stadt kein Traum, sondern ein Alptraum. Obwohl Landwirt Gerold Büsing aus Fünfhausen gestandenes Vorstandsmitglied der Moorriem-Ohmsteder Sielacht ist, fühlt er sich auf schwankenden Booten nicht zu Hause.
„Eigentlich schade“, dachten seine Freunde und Nachbarn aus der Fünfhauser Region, wollten sie ihm doch zu seinem kürzlich begangenen runden Geburtstag eine Gondelfahrt im schönen Venedig spendieren – Büsing dankte und verzichtete. „So leicht kommt der uns nicht davon“, schworen sich die Freunde, heckten einen listigen Plan aus und der ging so: Am Sonnabend planten die Fünfhauser angeblich eine schöne Radtour durch das schöne Elsfleth bei schönem Wetter. Auch Bauer Büsing nahm sich die Zeit, aufs Rad zu steigen anstatt Silo zu fahren.
Mit dem Vorwand, eine der Moorriemer Kanalbrücken sei kaputt, lockte die Gemeinschaft ihn auf das Gelände des OOWV an der Nordermoorer Hellmer. Dort erwartete den entgeisterten Landwirt zwar keine Gondel, aber immerhin das Motorboot der Sielacht samt Gondoliere Wilfried Pieper. Die Freunde statteten ihren „Gondelfahrer“ mit Badehose, Schnorchel und Badeflossen aus und nach einigen Überredungskünsten gelang es, ihn ungeachtet wiederholter Fluchtversuche an Bord zu bringen. Gondoliere Pieper hatte zwar den charakteristischen Hut auf, singen mochte er bei der Bootsfahrt auf den Moorriemer und Elsflether Kanälen jedoch nicht.
