Neuenburg - „Wenn wir im Vorfeld gewusst hätten, was auf uns zukommt, weiß ich nicht, ob wir es gemacht hätten.“ Das sagt Konrad Cimander rückblickend. Etwa viereinhalb Jahre lang gehörte er mit Günter Bohlen (75), Bernhard Langerenken (62) und Herbert Jäkel (78) zu den Hauptakteuren bei der Instandsetzung eines der ältesten Häuser im Ort Neuenburg: des Harms-Huuses. „Es ist ein Hingucker geworden“, sagen sie nicht ohne Stolz.

In den viereinhalb Jahren verbrachten sie nahezu jeden Vormittag auf der Baustelle. „Zuerst dachten wir, das Ausflicken des Mauerwerks reicht. Aber das ging nicht, das Mauerwerk war zu dünn. So musste Wand für Wand abgetragen werden“, erklärt Cimander. „Wir haben jeden Stein in der Hand gehabt.“ Das ganze Projekt klappte seiner Meinung nach auch nur, „weil wir vier und so gut verstanden haben“, sagt der 79-Jährige.

„Es hat sich gelohnt. Es ist ein Schmückstück in Neuenburg geworden“, ergänzt Günter Bohlen.

Unterstützung erhielten die vier Akteure beispielsweise von Hein-Jürgen Thalen, der auch die Idee für das Unterfangen hatte, von Bernd Kriebitzsch, der bei der Beantragung von EU-Mitteln half, von der Gemeinde Zetel und vielen anderen Helfern. Nicht zuletzt versorgte Lisa Harms sie fast jeden Vormittag mit Frühstück.

Die offizielle Einweihung des Harms-Huuses erfolgte im Oktober 2011. Seither finden interne Veranstaltungen des Heimatvereins dort statt, in der Winterzeit zusätzlich Spieleabende und ähnliche Veranstaltungen. Zum Neuenburger Markt bietet der Heimatverein zudem am Sonntag, 16. Juni, ab 11 Uhr Stutenessen mit Tee und Kaffee im Harms-Huus an.


Doch was macht der vierköpfige, ehrenamtliche Bautrupp jetzt, wo nicht mehr jeden Vormittag Treffen auf der Baustelle ist? „Zu tun ist immer etwas“, heißt es. „Wir unterhalten im Heimatverein ja auch die Rauchkate, den Holzschuppen und das Backhaus. Da ist zur Zeit der Ofen kaputt“, erklärt Cimander. Bohlen kümmert sich zudem um die Pflege des Grüns rund ums Harms-Huus.

„Viel Arbeit im privaten Bereich ist in den Bauzeit liegengeblieben. Das muss jetzt erst einmal alles aufgearbeitet werden“, führte Cimander außerdem an. Ein „bisschen Nachholbedarf“ an Freizeit besteht seinen Angaben nach auch. So kam er erst vor einigen Tagen von einem dreiwöchigen Urlaub zurück.

Das Harms-Huus hat der Trupp aber weiterhin stets im Blick. So entdeckte Konrad Cimander am Donnerstag schon kleinere Risse innen im Putz des Hauses. „Holz arbeitet“, erklärte der 79-Jährige. Da müssen wir auch noch mal ran.“