Wangerland - Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland am Samstagabend in Horumersiel herrschte mitnichten nur eitel Sonnenschein: Die Bürgerinitiative Wangerland um Timo Ostermann nutzte den Rahmen, um ihre Ablehnung der Windkraftpläne der Wangerländer Politik zu demonstrieren. „Dass wir als Bürgerinitiative Wangerland nicht besonders willkommen waren, haben wir ja schon vermutet, aber dass die Gemeinde Wangerland in Erwägung gezogen hat, unser Banner mit der Aufschrift ,Wir haben Angst‘ entfernen zu lassen, hat uns dann doch gezeigt, dass die Gemeinde mit allen Mitteln versucht, die Windparks im Wangerland durchzusetzen – und das soll so wenig auffallen wie möglich“, sagt Ostermann.
Er bedauert, dass Bürgermeister Björn Mühlena die vier geplanten neuen Windparks für wichtiger hält als die Natur. Mühlena hatte in seiner Ansprache gesagt, „es kann nicht angehen, dass die Mission Klimarettung an einer Rohrdommel oder einzelnen Egoismen scheitert. Es geht um unser aller Wohl. Wir wollen nicht in Schönheit sterben“ (die NWZ berichtete).
„Da sieht man, was für die Gemeinde wichtig ist. Natur scheint es nicht zu sein, obwohl gerade sie für die noch wichtigste Einnahmequelle Tourismus von größter Bedeutung ist“, meint Ostermann: Denn es seien doch die schöne Landschaft, die Weite, das Meer, die Natur mit ihrer großen Artenvielfalt, die die Urlauber anziehen – und nicht die unzähligen Windkraftanlagen. „Da sollte man aufpassen und abwägen, ob es nicht irgendwann zu viele Windkraftanlagen gibt und sich die Gäste dadurch gestört fühlen und fern bleiben“, so der Sprecher der Bürgerinitiative.
Dass die Landschaft im Wangerland besonders und schützenswert ist, zeige auch die Teilnahme des Wangerlands mit dem Projekt „Erde und Flut“ am Europa-Wettbewerb von „Entente Florale“, betont die Bürgerinitiative: „Darüber sollten sich die Entscheidungsträger und Ratsmitglieder im Wangerland noch einmal Gedanken machen und vielleicht einfach mal einen Blick in andere Gemeinden werfen, die ihre Windpark-Pläne nach und nach fallen lassen“, so Ostermann.
Er bezweifelt zudem, dass ein Mehr an Stromerzeugung in der Gemeinde neue und stromintensive Unternehmen anlockt: „Das halte ich für wünschenswert, aber unrealistisch. Denn Windenergie gibt es im Nordwesten schon mindestens 20 Jahre und ich kann keinen großen Zufluss an Unternehmen feststellen.“
Für die Bürgerinitiative Wangerland seien Mensch und Natur wichtig: „Wir verstehen alle, die Angst vor Windkraftanlagen haben, denn sie machen krank“, meint Ostermann: „Wenn Windkraftanlagen ungefährlich wären, hätten Länder wie Österreich, Großbritannien, Dänemark und Australien keinen ,Aufbau-Stop‘ oder sogar Verbote zur Aufstellung von Windkraftanlagen herausgegeben“, betont er.
