Dötlingen - Das aus Sicht vieler Neerstedter brandaktuelle Thema Funkmast in der Wohnsiedlung am Sportplatz stand zur Sitzung des Umwelt- und Energieausschusses im Dötlinger Hof am Dienstagabend nicht auf der Tagesordnung. Die Sprecher der Bürgerinitiative „Funkturm Neerstedt“ verliehen ihrer Enttäuschung in der Bürgerfragestunde Gehör.

„Als Bürger fühlt man sich ausgebremst“, hieß es aus den Reihen der Bürgerinitiative und: „Wir fühlen uns von der Gemeinde verlassen und nicht unterstützt. Zur Einsicht der Akten wurde diese uns in einem geschlossenen Raum ausgehändigt und keinerlei weitere Begleitung gegeben.“ Sprecher Uwe Dölemeyer: „Wir wollen das Gefühl der Bevölkerung rund um den Turm darlegen, denn die Emotionen und Vermutungen schlagen hohe Wellen. Dazu haben wir vor acht Monaten einen Katalog mit einfachen Fragen vorgelegt. Bis heute haben wir darauf kein Gehör trotz regen Schriftverkehrs erhalten.“

Bürgermeister Heino Pauka: „Ich nehme das an. Aber das Gutachten vom Bundesamt für Strahlenschutz ging erst am 18. August ein. Wir wollten uns und den Rat damit kundig machen, um miteinander diskutieren zu können.“ Pauka versprach, nach der Sitzung des Verwaltungsausschusses am Donnerstag für den Oktober zu einem Gespräch einzuladen und dann auch gleich eine Kopie des neuen Gutachtens beizulegen.

Dölemeyer unterstrich, dass es zu einer nicht öffentlichen Sitzung gar nicht erst kommen müsse. „Wir zweifeln ja die baurechtlichen Gegebenheiten und die Einhaltung der Grenzwerte gar nicht an. Warum konnten nicht schon eher einfache Fragen wie zum Beispiel nach dem Grundstückseigentümer kurzfristig beantwortet werden?“

Karl-Heinz von Döllen hatte das Thema zum Jahreswechsel angeschoben. Er stutzte auf Grund vieler Bekannter aus der Siedlung, die an Krebs erkrankt waren. Vom Kreisgesundheitsamt wurden keine ungewöhnlich hohen Fallzahlen bei Krebserkrankungen im Kreis und der Gemeinde bestätigt, wie sie die Bürgerinitiative vermutet. „Aber es ist auch nicht auf dieses kleine Gebiet herunter gezählt worden“, betonte von Döllen.


Die BI-Vertreter fordern eine Verlagerung des Funkturms an einen Ort, wo keine Anwohner gefährdet werden können. Von Döllen: „Nach unseren Recherchen bei Mobilanbietern kostet das nicht mehr als 200 000 Euro.“