Frankfurt - Dem Deutschen Aktienindex Dax droht die vierte Verlustwoche in Folge. Seit dem Rekordhoch von mehr als 10 000 Punkten im Juni hat der Dax 15 Prozent an Wert verloren. Auch andere Weltbörsen taumeln. Sind das Vorboten einer neuen Krise?
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Was spielt sich derzeit an den Finanzmärkten ab |
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Vor allem eingetrübte Konjunkturperspektiven belasten die Märkte. Die Rohstoffpreise – ein Barometer für die wirtschaftliche Lage – befinden sich auf Talfahrt. Zu den Sorgen über die Wirtschaft kommt die Verunsicherung durch Krisen im Nahen Osten und der Ukraine sowie die Furcht vor einer Ausbreitung von Ebola. „Die Anleger sind nervös und nutzen jede Gelegenheit zum Verkaufen, während noch vor Wochen jede Schwäche zum Nachkaufen genutzt wurde“, sagt Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. Auch an den Anleihemärkten dominiert die Angst. Die Risikoaufschläge für Papiere aus europäischen Krisenländern zogen stark an, während die Renditen auf die deutschen Staatspapiere auf Rekordtiefs fielen. Letzteres deutet auf eine große Nachfrage der Investoren hin – Bundesanleihen gelten als sicherer Hafen in Krisenzeiten.
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Wurden die Risiken zu lange ignoriert |
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Tatsächlich haben insbesondere die Aktienmärkte die politischen Krisen und die Gefahren einer globalen Wachstumsschwäche lange Zeit kaum beachtet. Die Notenbanken pumpten billiges Geld in den Markt. Und wegen der mickrigen Zinsen mangelte es an Alternativen, so dass die Anleger in großem Stil zu Aktien griffen. „Befürchtet wird nun ein Übergreifen der Wirtschaftsschwäche und sinkender Inflationsraten aus der Eurozone auf die USA“, sagt Volkswirt Eugen Keller vom Bankhaus Metzler.
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Sind die Notenbanken mit ihrem Latein am Ende |
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Während die US-Notenbank Fed jahrelang Milliarden in die Wirtschaft pumpte und Erfolge vorweisen konnte, gilt die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bei vielen Ökonomen mittlerweile als wenig wirksam. „Die jüngst von der EZB beschlossenen Maßnahmen zielen auf das Angebot an Krediten ab, aber tatsächlich fehlt es angesichts der wirtschaftlichen Schwäche an Nachfrage“, sagt Keller.
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Droht am Ende der große Crash am Aktienmarkt |
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Noch sehen Experten keinen Grund für übertriebene Angst. Nach dem starken Lauf der vergangenen Jahre sind auch größere Korrekturen nicht ungewöhnlich. Investoren sollten nicht die Nerven verlieren und blind der Masse hinterherrennen, sagt Saurenz. Möglicherweise nutzten manche Investoren die niedrigen Kurse auch zum Kaufen, was den Markt stützen würde.
