Frankfurt/Bremen - Mit einem heftigen Warnstreik hat das Bodenpersonal der Lufthansa den Flugverkehr der Airline fast in ganz Deutschland lahmgelegt. Rund 150 000 Fluggäste seien von dem Streik betroffen gewesen, teilte Europas größte Fluggesellschaft am Montag mit. Fast alle Flüge innerhalb Deutschlands und Europas waren gestrichen worden. Die meisten Passagiere hatten offensichtlich von den Flugstreichungen gehört, so dass es an den Flughäfen ruhig blieb und kein Chaos ausbrach.

Für diesen Dienstag rechnet die Lufthansa wieder mit einem weitgehend normalen Flugbetrieb. Die noch streikbedingten Ausfälle werde man an einer Hand abzählen können, sagte am Abend ein Unternehmens-Sprecher.

Am Montag beteiligten sich an den Aktionen an sämtlichen größeren Flughäfen rund 12 000 Mitarbeiter, teilte die Gewerkschaft „Verdi“ in Berlin mit. Von insgesamt 1720 geplanten Verbindungen starteten nur 32.

Lufthansa hatte die Arbeitskampfmaßnahme als völlig überzogen und unverhältnismäßig kritisiert. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle bezeichnete Warnstreiks in einem solchen Ausmaß als verantwortungslos. Die Fluggäste dürften nicht in Geiselhaft genommen werden für eine Tarifauseinandersetzung.

Der Warnstreik sei das richtige Signal an Lufthansa, sagte dagegen Christine Behle, „Verdi“-Bundesvorstand und Verhandlungsführerin. „Verdi“ fordert 5,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten und Jobgarantien für 33 000 Mitarbeiter. Deutschland größte Airline hatte die Forderungen mit einem nach Geschäftsfeldern modifizierten und in Teilen erfolgsabhängigen Vergütungsangebot gekontert.


Besonders betroffen waren am Montag die Deutschland- und Europa-Verbindungen der Lufthansa. Für Inlandsverbindungen hatte die Airline ihre Kunden auf die Fernzüge der Bahn verwiesen, auf die Flugtickets umgebucht werden konnten. „Die Lage ist entspannt. Wir haben ein leicht erhöhtes Fahrgastaufkommen“, sagte ein Sprecher der Bahn.

„Absolut ruhig“ – so beschrieb eine Sprecherin am Montag die Lage am Bremer Flughafen. Kein Wunder: Insgesamt 26 Flüge von und nach Bremen waren ausgefallen. „Das war den Passagieren vorher bereits bekannt. So haben sie sich Alternativen für ihre Reisepläne gesucht“, meinte die Sprecherin. Konkret waren sechs Verbindungen nach Frankfurt (und zurück) sowie sieben nach München gestrichen worden – ein erheblicher Teil des Linienflugverkehrs in Bremen.